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Kampfansage den Nebenwirkungen

Rastlosigkeit, mit offenen Augen stundenlang im Bett liegen - aber ohne zu grübeln!

Übelkeit im Kopf, Drehschwindel, bizzelnde Lippen bei Bewegung oder kleiner Anstrengung.

Agressivität mir und anderen Gegenüber, selbst bei Sonnenschein und gelassener Stimmung.

Erneute Suizigedanken aus dem Nichts und ohne Grund!

Das hat mir niemand gesagt, als man mir die Anti-Depressiva verschrieben hat. Und ich find´s richtig Scheisse.

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Auch ich bin dem Irrtum aufgessen, das Depression eine Erkrankung ist, welche mit dem Hirnstoffwechsel zu tun hat. Wenn das so wäre, dann müsste ja irgendwann eines der vielen Medikamente, welche ich ausprobiert habe, abgeschlagen habe. Leider hat keines den gewünschten Effekt gehabt. Oder vielleicht hätte ich auch einfach nur ein Dutzend weitere ausprobieren sollen. Keine Ahnung.

 

Womit ich gerade kämpfe? Mit den Entzugserscheinungen, auch wenn man das offiziel so nicht betiteln darf. Den das würde im Umkehrschluss bedeuten, das die Pharmariesen zugeben müssten, das ihre Medikemte abhängig machen.

 

  • sehr hohe Agressivität, selbst wenn mir der Wind nur ein Haar ins Gesicht geweht hat. Ich wäre am liebsten mit einem Baseballschläger auf meine Umwelt losgegangen und habe nur noch agressiv gehandelt und geantwortet.

  • Schlafrhytmus überhaupt nicht mehr vorhanden. Teilweise liege ich stundenlang im Bett wach und würde viel lieber den Haushalt machen. Ich bin nicht müde zu bekommen und das über Tage. Ich hole tagsüber keinen Schlaf nach, weil ich meinen Rythmus behalten will. Nach wenigen Tagen der vollkommene Zusammenbruch und ich schlafe tagsüber 4 - 6 Stunden und komme auch Nachts nicht ohne 8 - 9 Stunden Schlaf aus.

  • Übelkeit und Drehschwindel aus dem Kopf, die mich immens im Alltag behindern. Mache ich Sport, fangen meine Lippen bei der kleinsten Anstrengung zu bizzeln an, als würden die Nervenstränge sich melden.

  • erneute Selbstmordgedanken, die ich vor der Einnahme von Antidepressiva nicht kannte. Sie kommen aus dem Nichts und machen mir Angst.

 

Diese fallen mir spontan ein, es sind aber noch mehr, da müsste ich jetzt sehr konzentriert nachdenken. Was mir mit den Entzugserscheinungen aber gerade wieder schwer fällt.
Hilfe bei meinen Ärzten habe ich bisher leider nicht erfahren. Mein Hausarzt ist kein Spezialist, er kann nichts dafür und handelt nach bestem Wissen und Gewissen. Mein Psychiater hat ein überfülltes Wartezimmer und ich warte Wochen auf einen 5-Minuten-Termin. Keine Zeit die Problematik anzuhören.

Mein HA (Hausarzt) hat nach meinem selbtständige n Absetzversuch meine Medikamente unvorsichtigerweise als Gift bezeichnet. Inzwischen hilft er mir so gut er kann, in dem er versucht mein Absetzen zu begleiten. Bei der Dosis zum Absetzen kann er mir nur wage einen Plan geben. Treten die Entzugserscheinungen vermehrt auf, rät er in seiner Hilflosigkeit zur erneuten Einnahme von Anti-Depressiva.

Meine üblichen Nebenwirkungen während der Einnahme:

  • sehr verminderte Denkleistung (habe Dinge sofort wieder vergessen)

  • KEINERLEI Lust mehr auf Sex

  • hohe Gewichtszunahmen, dadurch noch mehr Fressfrust (wohlwissend um meine Essstörung hat man das als Opfer in Kauf genommen)

  • dauernde Müdigkeit bis zur chronischen Erschöpfung (teilweise war nicht einmal der Haushalt möglich)

  • Autofahren unter Medikamenteneinfluss nicht zu empfehlen (was will man auf dem platten Land aber anders machen) Ich habe 3! Blechschäden verursacht unter Medikamenteneinfluss. Zum Glück ist kein Mensch oder Tier zu schaden gekommen.


Dadurch das mich die Medikamtene ruhig stellten war ich nicht in der Lage den Alltag körperlich zu bewältigen. Das hat zusätzlich an meinem eh schon angeknacksten Selbstbewusstsein geknabbert und meine Depression nur noch verschlimmert. Teilweise hatte ich das Gefühl komplett wertlos zu sein, weil ich den kompletten Tag auf dem Sofa verbracht habe. Die Müdigkeit unter den Tabletten war zum Teil bleiern und wurde als Nebenwirkung erklärt, welche sich mit der Zeit verringert.

Bei mir hat diese Nebenwirkung über all die Jahre angehalten. Meine Partnerschaft hat darunter gelitten und an ein Berufsleben war und ist nicht mehr zu denken. Inzwischen bin ich seit gerade einmal 2 oder 3 Wochen ohne Anti-Depressiva, aber die Entzugserscheinungen sind trotz Aussschleichen sehr heftig. Ich werde durchalten, ich will mein Leben zurück.

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