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Perspektivenwechsel angestrebt

Ich seh schon, ich sollte nicht nur das Wort Sport durch "Bewegung" ersetzten, sondern einen kompletten Perspektivenwechsel vollziehen. Macht den irgendjemanden da draußen Sport wirklich Spass? Also, ich meine nicht die Endorphine danach, sondern das Quälen während der Aktion.

 

Also mir macht das wenig Spass, egal wie oft ich mir das in den letzten Jahren versucht habe einzureden. Also muss ein Perspektivenwechsel her, habe ich mir so gedacht.

Spricht sich mal wieder voll "easy" für mich, mal sehen wie es mit der Umsetzung aussieht.

 

Heute Abend ist wieder mein VHS-Kurs angesagt. Ehrlich, wenn nicht die Metzgerein dabei ist, bei der ich wöchentlich vor der Theke stehe ...., wer weiß ob ich heute Abend hingehen würde. Es ist anstrengend, ich schwitze wei ein Schwein, ich bin nicht die Fitteste und überhaupt ... das Sofa wäre mir viel lieber.

 

Also wie bringe ich mich zukünftig dazu, das ich Sporttermine schöner finde. Muss ja nicht gleich schön sein, aber so eine gewisse Vorfreude wäre schon nett.

Habe mir gedacht, das ich es vielleicht mal mit einem anderen Blickwinkel versuche, der sich nicht nach Zwang und Schweiß anfühlt.

 

  1. Für die eine Stunde werden meine Gedanken komplett von allem anderen weggezogen, weil ich mich ja auf meinen weiblichen Drill-Instructor konzentrieren muss. Kann also unmöglich grübeln oder sonst irgendwelchen gedanklichen Unsinn anstellen.
  2. Vielleicht finde ich so neuen Anschluss, die Mädels scheinen überwiegend nett zu sein und es gibt so gar ein paar in meinem Alter.
  3. Ha, und ich liebe die Endorphine am Ende doch! Und ich kam das letzte Mal mit einem übergroßen Selbstbewusstsein nach Hause, weil "ich" ja Sport gemacht habe und die zwei anderen faul auf der Couch gelümmelt haben.

Öhm, ich dachte ja das mir mehr dazu einfallen würde. Aber das ist ja schon mal ein Anfang. Ich sage mir jetzt einfach, das ich die Mädels treffe und wir gemeinsam schwitzen.

 

 

Beim Absetzten meiner Anti-Depressiva musste ich leider wieder einen Schritt zurück gehen. Die Agressionen haben sich wieder arg aufgebaut und auch der Schwindel und die Übelkeit wurden mit jedem Tag mehr. Also habe ich erneute 30 mg eingworfen.

 

Neuer Plan ist nun:

  • Oktober und November: je 30 mg jeden 7 Tag
  • Dezember bis Januar: je 30 mg jeden 9 Tag

 

Also so der Plan, die Realtiät wird es zeigen. Ist auf alle Fälle ein ganz langer Weg, wie mir immer wieder klar wird.

 

ABER: jeder muss das für sich abwägen und ich denke es gibt sicherlich auch genügend Beispiele, bei denen Anti-Depressiva gut geholfen haben.

 

Ich hingegen bin weiter auf der Suche nach Alternativen. Das mag sich hier oft kreuz und quer anhören und ohne jeglichen Roten Faden, aber es ist wie immer im Leben ein "Versuchen".

 

Gerade beschäftige ich mich daher auch mit dem Thema CBD und habe mir nur einen kleinen Dampfer angeschafft. Für mich als Nichtraucherin ist das ein ziemlich großer Schritt. Habe viel recherchiert in den letzten Wochen und mich für ein Liquid ohne Nikotin und einer niedrigen CBD-Dosis entschieden. Stehe hier noch am Anfang und kann noch nicht viel sagen.

 

Für den Anfang: es wirkt und ich bin gelassener und zielorientierter. Wie es sich auf Dauer auswirkt, das werden die nächsten Wochen zeigen.

 

Und dann ist dieses Wochenende anscheinend nun der Hauptumzug angesagt. Die Möbel stehen zu 80 %, es fehlen nur noch der Esstisch und das Sofa. Beides ist anscheinend bestellt. Isa meinte, das sie zur Not auch eine Biertischgarnitur für´s Erste in der Küche aufstellt. Praktisch das Mädel, das liebe ich an ihr.

 

Jetzt wird es also ernst und wir sind anscheinend ab nächster Woche zu zweit im Haus. Wird spannend wie sich das auf uns als Paar auswirkt. Bisher haben wir uns ja auch oft mit und über Isa unterhalten, weil man sich halt doch immer so seine Gedanken macht. Wenn sie nicht mehr bei uns wohnt, bekommen wir auch nur noch einen Bruchteil von ihrem Leben mit. Über was wir dann wohl sprechen, außer über die Firma und meine Rente?

 

Fest eingeplant sind auf alle Fälle schon wieder unsere Sauna-Abende für die kalte Jahreszeit. Außerdem suche ich gerade etwas für Silvester zum fortfahren. Vielleicht dieses Mal etwas ruhiges mitten in den Bergen? Keine Ahnung, Salzburg oder Wien wären auch eine Möglichkeit ... oder der Gardasee? Wer weiß, man muss sich nur früh genug darum kümmern.

 

Übernächste Woche treffe ich mich zum ersten Mal mit einer Facebookgruppe hier bei uns aus der Stadt. Sie wurde vor einigen Jahren gegründet um neue Menschen kennenzulernen. Versuche nun also Fuß zu fassen, gut so, habe ich viel zu lange vernachlässigt. Will hier meinen eigenen Freundeskreis aufbauen, da ich keinen Anschluss finde zu dem von meinem Mann. Die Mädels sind da ja etwas eigen, gerade weil ich selbst Kinderlos bin und "eh nicht mitreden" kann.

 

Eine Einstellung die mir als kinderlose sehr oft im Alltag begegnet und mit der ich nicht viel anfangen kann. Gerade wenn ich so höre: die Isa ist ja nicht dein Kind. Ähm?!?!? Und was ist mit all den adoptierten Kindern, sind da die Eltern auch keine richtigen Eltern, weil es nicht ihr leibliches Kind ist.

 

Ich mag die Isa nicht im Bauch gehabt haben, aber ich kenne sie seit ihrem 12 Lebensjahr und wir haben uns zur dritt durch die Pupertät geschlagen. Wir haben gemeinsam die Lehrstelle gesucht und ich hätte ihre komischen Freunde am liebsten gekillt, wenn ihr mal wieder jemand Liebeskummer gemacht hat. Ich streite mit ihr und ich liebe sie, so wie sich das gehört. Ich werde sie jetzt dann vermissen und gleichzeitig freue ich mich, wenn sie außer Haus ist. Geht ihrem leiblichen Vater ebenso, also kann ich so falsch nicht liegen. ;-)

 

Und jetzt mache ich es mir gemütlich. Will meditieren und mir dabei vorstellen, wie ich auf einer Waldlichtung im Regen stehe und die Wassertropfen grün schimmernd an mir herunterperlen. Ist das jetzt Meditation oder Visualisierung? Egal, ich mag das und dazu läuft Vogelgezwitscher, eine Wärmelampe für die Füße und ich sitze aufrecht auf dem Trampolin. Meine Zeit! Die nehm ich mir!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kathrin (Sonntag, 13 Oktober 2019 12:07)

    Hier... ich bin diejenige, die absoluten Spaß am Sport hat. Es gibt einem so viel. Man ist abgelenkt, man denkt mal nicht ans Essen. Man freut sich, wenn das Herz pumpt, wenn der Schweiß fließt, wenn die Muskeln wachsen... Wenn man über sich heraus wächst. Oder glaubst du, ich wäre von alleine auf den Gedanken gekommen, seit genau einer Woche jeden Tag 300 Sit ups zu machen?? Und auszuprobieren, wieviele Liegestütz ich in 1h machen kann? Da schreit auch alles in mir: NEIN... aber ich mache es dennoch... und egal was raus kommt... ich bin stolz. Das ich es probiert habe. Das ich trotz chroinischer Unlust und spontanen Übersprungshandlungen dann doch meine Matte platziert habe (vor dem Fernseher *gg*) und es mache....
    Ich glaube ich habe in meinen 51 Lebensjahren noch nie 2100 (und heute dann 2400) Rumpfbeugen insgesamt gemacht *lol*
    Also... deine Ansätze sind super. Dein Körper wird es dir danken... Und weißt du, dass Sport eine Therapieform gegen Depression ist? Sicherlich... Es gibt viele, die durch das Laufen oder eben Sport generell, den sie regelmäßig gemacht haben, aus dieser herausgefunden haben. Also bleib dran... ich wünsche es dir so!!!

  • #2

    Michaela (Dienstag, 15 Oktober 2019 08:23)

    Mein Vorbild - ich sehe schon.
    Ich muss jedes Mal den Schweinehund überwinden. Nichts desto trotz ziehe ich den Sport jetzt schon seit 7 Jahren durch. Aber Freude während des Sports selbst, das ist mir glaube ich, noch nicht passiert.
    Habe ja noch ein paar Jahre, arbeite daran.