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Bei uns ist es schon die stille Zeit

Wir haben alles erledigt, bis auf die allerletzten Kleinigkeiten. Frischer Fisch und frisches Hähnchen werden beide am 24. Vormittag geholt. Ansonsten haben wir alles schon eingekauft. Die Geschenke sind verpackt und warten auf die leuchtenden Kinderaugen und das Geschreie beim Auspacken.

 

Lothar ist eben auf einen Vortrag und ich habe in aller Seelenruhe den Christbaum geschmückt. Wir sind dieses Jahr sehr früh dran. Normalerweise passiert das nie vor dem 23. Dezember.

Aber da wir im letzten Jahr keinen hatten, wollen wir ihn dieses Mal ein paar Tage länger angucken dürfen.

 

Montag gehen wir noch einmal ins Fitness und hoffen das das nicht jeder so macht. So in Ruhe trainieren hat schon was. Wobei, ich trage seit ein paar Stunden immer zwei Knöpfe im Ohr und höre spannende Hörbücher während des Trainings. Das klappt ganz gut und ich trainiere damit sogar langsamer und konzentrierter.

 

Leider ist Lothars Sohn ja schon wieder weg. An einem Freitag gekommen und an einem Montag wieder abgeflogen. Das hinterlässt vor allem bei meinem Mann ein schales Gefühl. Als wäre er nur mal kurz aus dem Ausland zurück um abzuchecken, ob Geld für ein Auslandsstudium zu haben wäre. Schade. Hat halt den Eindruck hinterlassen, auch wenn es vielleicht gar nicht so gemeint war. Aber die jungen Menschen müssen ihre eigenen Wege erkunden und gehen. Unsere Wege sind nicht mehr aufregend genug, in seinen Augen.

 

Dabei finde ich es gerade megaspannend bei uns. Im nächsten Jahr stellt die GmbH eine eigene Halle im Nachbarort auf. Dabei wir eine Summe von einer halben Million Euro gebraucht. Das ist mehr als Spannend in meinen Augen, weil ich das Invest einfach nur riesig finde. Ich bewundere den Mut meines Mannes, das er das mit über 50 Jahre noch stemmen will.

 

Auch ich habe schon Pläne für das neue Jahr geschmiedet. Ich möchte ein paar Kurse besuchen und für mich persönlich einiges lernen. Die Termine werden Anfang nächsten Jahres bekannt gemacht und ich freue mich schon. Das geht es um alternative Heilmethoden, die man neben der Schulmedizin agieren und etwas helfen sollen. Ich bin ja schon mal gespannt.

 

Ich Hulahoope überigens immer noch, bin selbst ganz erstaunt. Ein paar Mal die Woche lasse ich meine Hüften kreisen und bin stolz das es immer besser und länger funktioniert.

 

Die ersten Tage nach dem ich den Rentenbescheid erhalten habe bin ich irgendwie neben der Kappe gestanden. Neben der Freude war da auch so ein kleines Loch. Ups, jetzt bin ich erst mal Rentnerin. Das hört sich so alt, so entgültig an, so nach dahinsiechen. Aber ich habe mich rausgehievt und sehe inzwischen die vielen guten Seiten für mich.

 

3 Jahre muss ich mir keine Sorgen um meine Finanzen machen. Ich kann mir 1 - 2 Kurse im Jahr leisten und nur was für mich machen. Ich trage nun wieder mehr Geld zum Haushalt bei. Die Weihnachtsgeschenke für meine Neffen und Nichten kommen nun wieder aus meinem Haushaltsgeld. Ich fühle mich auch irgendwie gleichberechtigter in der Partnerschaft, obwohl ich nie "nicht gleichberechtigt" war. Aber das ist halt so ein Gefühl das man mit sich herumträgt.

 

Meine Weihnachtsbäckerei habe ich letzte Woche nun auch endlich abgeschlossen. Ich habe noch einen, also den vierten für dieses Weihnachten, Dresdner Stollen gebacken.  Wir haben aber auch einiges davon verschenkt an Kunden und liebe Nachbarn und Familie.

 

Der letzte Stollen steht nun schön eingewickelt im Schrank und wartet auf seinen Anschnitt am 28.12. wenn meine ganze Familie bei uns eintrudelt. Wenn die engste Familie bei uns zusammenkommt, sind das bei uns inzwischen 18 Personen. Also nur die Eltern, Geschwister und Kinder, wohlgemerkt!

 

Und 15 von den 18 Personen sind am 28. Dezember bei uns zu Hause. Wir haben zu Sauerbraten, Blaukraut und Klos mit Bröckerla geladen. Die Krautsköpfe lagern schon seit letzter Woche im Schuppen und der Sauerbraten ist eingelegt. der Weihnachtsstollen zieht schön durch. Jetzt heißt es dann nur noch "Ihr Kinderlein kommet".

 

Um nicht zuviel zuzunehmen während der Plätzchenzeit, ersetzte ich im Augenblick  ab und zu eine Hautmahlzeit durch einen Eiweißshakes und Mandeln. Klappt ganz gut und befriedigt meinen süßen Zahn.

 

Allerdings habe ich jetzt, über 4 Jahre nach der Schlauchmagen-OP auch mit einigen Problemen zu kämpfen. Das größte davon ist das Sodbrennen, das sich nun ständig einstellt. Selbst nach einer Tasse ungesüßtem Tee kann es mich eiskalt erwischen. Außerdem passiert es mir nun immer wieder mal, das das Essen die Speiseröhre wieder hochläuft, wenn ich mich eine Stunde später hinlege. Also ich warte dann schon mit dem hinlegen und trotzdem kommt mir immer wieder der Essensbrei hoch. Das führt zu einem rauen Hals und Hustenanfällen.

 

Die letzten Wochen habe ich jeden Tag Pantoprazol nehmen müssen. Das ist mir allerdings ziemlich unheimlich geworden, weil Medikament, auch wenn es hilft. Ich habe festgestellt, das ich das mit Heilerdekapseln auch ganz gut hinbekomme. Aber es gibt inzwischen keinen Tag mehr, in dem ich nicht solche Kapseln einwerfe.

 

Was immer noch gut funktioniert ist der begrenzte Mageninhalt. Ich habe meinen Magen also nicht überstrapaziert. Ein halbes Brötchen und ein gekochtes Ei können mich zum Frühstück satt machen. An manchen Tagen bekomme ich dann auch keinen Bissen mehr als das rein. An anderen Tagen wiederum geht ein komplettes Brötchen und ein halbes Teilchen. Warum auch immer!?!

 

Ist wahrscheinlich eine Kopfsache. Wenn man achtsam genug is(s)t, ist man schneller satt und bringt nichts mehr rein. Wenn man nicht bei der Sache is(s)t, isst man mehr und merkt zu spät das man übersatt ist.

 

Mein Softdrink-Konsum hat sich weiterhin nach unten eingependelt. Ich trinke im Winter eben auch viel ungesüßten Früchtetee, auch wenn ich leider Sodbrennen davon bekomme. Und ab und zu habe ich inzwischen auch schon mal Lust auf Leitungswasser pur. Ich bin dann auch gleich immer stolz auf mich und schmier es meinen Schatz auf die Nase. Den der macht sich immer lustig über meinen Softdrink-Verbrauch, verständlicherweise.

 

Ansonsten geht es mir gut. Hege weiterhin morbide Gedanken und stelle mir verschiedene Arten von Selbstmord vor. Aber spreche das nicht mehr aus. Habe auf alle Fälle am 28. Januar einen Termin bei meinem Psychiater. Ich will das Absetzten meines Anti-Depressivas mit ihm besprechen und will auch mal wegen Medizinischen Hanf anfragen. Die Chancen bei Depression sind sehr gering, das man die Kosten übernommen bekommt. Aber Fragen kostet nichts. Leider ist hier die Studienlage noch sehr, sehr dürftig. Dabei würde ich gerne mal THC-haltigen Hanf ausprobieren. Das geht nur dann legal, wenn es medizinisch ist. Er kann es mir zwar verschreiben und ich kann die Kosten selbst übernehmen, aber da muss ich mich erst einmal erkundigen, was das kostet.

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