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Nach einem aufregenden Tag folgt ....

heute ein normaler Tag - zum Glück.

 

Alles fing damit an, das mich die Nachbarin darum gebeten hat, ob ich sie zu ihrem Hausarzt fahren könnte. Sie hat gerade einen Infekt. Und es endete damit, das ich ihr ins Krankenhaus hinterher gefahren bin.

Es wurden bei einem Schnelltest unregelmässigkeiten am Herz festgestellt und es stand ein Herzinfarkt im Raum. Puh, die Arme war am Boden zerstört. 30 Jahre, Mutter von 9 Monate alten Zwillingen und dann sowas. Kommst du mit einem Infekt zum Arzt und wirst per Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht.

 

Sie hat mich gefragt, ob ich sie den begleiten würde und das war natürlich überhaupt keine Frage. Irgendwie stecken wir beide ja auch im gleichen Boot. Beide zeitgleich hierher gezogen, beide gerade zu Hause und beide mit der Diagnose Depressiv.

 

Sie hat so bitterlich geweint, weil sie Angst hatte das sie für mehrere Tage im Krankenhaus bleiben muss. Und dann die Angst was aus den Zwillingen wird. Es spult dann halt einfach ein Film in einem ab, ob wann will oder nicht.

 

Zum Glück haben die im Krankenhaus nach über 4 Stunden Entwarnung gegeben. Inklusive einem richtigen Bluttest und einem Ultraschall. Und ich konnte sie dann sicher nach Hause fahren und bei ihrem besorgten Mann abliefern. Denn der kam fast zeitgleich aus der Firma zurück. Er hat natürlich sofort aufgehört und ist heimgefahren.

 

Meine Nachbarin hat ihn aber auch nicht sofort informiert, weil sie nicht wollte das er sich unnötig Sorgen machen muss.

 

Wir kamen dann auch ins Gespräch, man hat ja Zeit im Krankenhaus. Ihr Papa hat vor ganz vielen Jahren Suizid begangen - Depression. Man vermutet, das ihre Depression genetisch bedingt ist und sie daher leicht anfällig dafür ist.

 

Im Moment nimmt sie Tabletten, weil die Zwillinge ziemlich fordern. Kann ich verstehen, ich habe letzte Woche mal für 2 Stunden aufgepasst. Wenn Beide gleichzeitig laut schreiend Aufmerksamkeit fordern, dann ist man leicht überfordert.

 

Aber ist ja noch einmal alles gut gegangen. Das ist die Hauptsache. Und wir sind jetzt so verblieben, das wenn die Zwillinge anstrengend werden, das sie kurz bei mir durchruft und ich ihr für die begrenzte Zeit zur Hand gehe.

 

Bei dem Gespräch gestern habe ich dann auch erfahren, das man von draußen quasi sieht, was auf meinem Monitor stattfindet. Sie konnte sehen, das ich nach Oberteilen gesucht habe. Boah, mir ist erst mal die Spucke weg geblieben. Ich habe ja immerhin eine dickere Stoffgardine dafür und nicht so einen dünnen Voile.

 

Heute bin ich dann schnurstracks in den nächsten Tedox und habe mir drei günstige, dünne Voiles besorgt. Eine zusätzliche Schnur gespannt und die Voiles direkt ans Fenster aufgehängt. Nun kann man nicht mehr durchsehen und ich habe trotzdem volles Tageslicht. Es fühlt sich unangenehm an, wenn ich weiß das man mir auf den Rücken und in den Bildschirm sehen kann.

 

Außerdem ist heute der kleine Kratzbaum angekommen. Flugs aufgebaut, erfährt er auch schon regen Zuspruch und neben mir Schnarcht es gerade. ;-)

 

Der Tag gestern hat mich aber schon etwas mitgenommen. Die Gespräche mit meiner Nachbarin und so .... und so lag ich stundenlang grübelnd im Bett und konnte nicht einschlafen. Dabei ging weniger die Depression durch meinen Kopf sondern das leidige Thema Essen.

 

Und es schoss mir der Satz "Mein Feind - das Essen" durch den Kopf. Es ist pervers, aber ich sehe das inzwischen teilweise wirklich so. Manchmal wünschte ich mir, das ich nicht mehr essen müsste. Nein, das das Thema "Essen" nicht ständig durch meine Gedanken geistern würde. Ich will mal wieder versuchen, das ich mich an die drei Mahlzeiten pro Tag halte. Zwischendrin Kaffee, wenn es mich überkommt.

Ich esse je inzwischen jegliche Gefühle mit "Essen" auf. Sei es Langeweile, Frust, Kummer, Sorge, Angst, Freude .... alles wird mit Essen kompensiert. Ich habe komplett die Fähigkeit verloren, Gefühle auch mal pur auszuhalten ohne mich mit Essen abzulenken.

 

Dabei habe ich mich gestern so gut damit gefühlt, das ich vor lauter Krankenhaus nur 3 Mahlzeiten zu mir nehmen konnte. Ich war nicht so schwerfällig, ich habe die Leichtigkeit gemocht, die mein Körper ausgestrahlt hat.

 

Und dann das HulaHoopen. Jaaaaaa, ich bin dabei auch die andere Richtung zu lernen. Ist echt schwer und mir fällt der Reifen schon nach wenigen Drehungen auf den Boden. Aber da will ich jetzt durch, weil ich weiß wie geil sich das anfühlt, wenn er das erste Mal eine Minuten oder länger auf den Hüften rotiert. Ich bin mir sicher, das ich das die nächsten zwei Wochen schaffen werde.

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