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Atempause

Brauche gerade etwas Atempause für mich um wieder voller Energie zu sein. Daher habe ich heute auch unsere Gartenliege in mein Zimmer geschafft und mit Decken ausgepolstert. Jetzt kann ich tagsüber auch mal ein paar Minuten liegen und nebenbei Hörbuch hören. Und meditieren klappt bei mir in liegender Stellung ja auch viel besser. Zusammen mit der Farblampe kann ich nun die Farbe wählen, die mir gerade gut tut.

Heute Nachmittag hatte ich passend zu den Naturgeräuschen von Wald, Fügel und Bach ein schönes Grün für mich eingestellt. Das nehme ich auch durch meine geschlossenen Augen wahr und tut mir entsprechend gut.

 

Den gerade habe ich wieder einmal ein kleines Tief zu überwinden und ich arbeite hart daran, das es nicht voll durchschlägt. Also eine Mischung aus Beschäftigung, Bewegung und Auszeiten für mich. Die letzte Woche hat mich gestresst, das zweimal arbeiten bei meinem Freund - meinen Körper zu schnell Energie gezogen.

 

Dazu ein wenig Stress durch einen selbstverursachten Fehler und der Sperrung meines Konto´s. Hm, man sollte halt im Dunkeln nicht versuchen sein Konto mit dem Fingerabdruck-Scan zu öffnen. Die Freischaltung dauert noch ein wenig. Dadurch haben sie nun auch mein Konto bei Amazon kurzzeitig gesperrt, weil Zahlungen und so. Das geht mir gerade ziemlich nahe und ich will das aber zu Hause auch nicht breit treten. Das würde mir nur noch mehr Stress verursachen.

 

Letzten Sonntag waren wir auch wandern, eigentlich eine Wanderung wie immer. Dieses Mal halt weniger Höhenmeter dafür  mehr Strecke. Nichts dramatisches und trotzdem war ich am Ende. Ich war eigentlich die ganze Wanderung kurz davon als heulendes Elend zu enden. Egal wie mich mein Freund versucht hat zu motivieren, nichts ging bei mir. Ich habe mir oft selbst gesagt, das das doch eine Wanderstrecke ist, die ich normaler Weise sehr liebe. Kam nicht an bei mir, ich könnte jetzt noch heulen wenn ich daran denke. An solchen großen Kleinigkeiten merke ich dann auch, das meine Energie nicht mehr vorhanden ist.

 

Und ich habe mich durchgerungen und einen Termin zur Nachsorge für meinen Schlauchmagen vereinbart. Dabei fühle ich mich überhaupt nicht gut wenn es um meine Zunahme geht. Klar, das hält sich voll in Grenzen und es ist alles noch im Rahmen. Aber mein "Ich" kann das im Moment einfach so nicht wahrnehmen, egal was ich mir selbst zuflüstere.

 

Am liebsten würde ich mal wieder das Essen einstellen. Mache ich natürlich nicht, im Gegenteil ich achte gerade sehr darauf, das ich gut esse. Und es fällt mir verdammt schwer das zu tun - also normal essen ohne selbst auferlegte Einschränkungen.

 

Mittags gab es zum Beispiel Roggenbrot mit Bärlauchaufstrich und Tomaten. Nachmittag 2 Dutzend Mandeln und am Abend eine halbe Zucchini mit Polenta gefüllt und Weintrauben danach.

 

Dabei wollte ich heute am liebsten das Mittagessen ausfallen lassen, nachdem ich den Termin im Krankenhaus vereinbart hatte. Sofort fängt bei mir gedanklich die Kilo-Jagd an und ich würde bis zum Termin am liebsten viele Kilos verlieren. So ein Schmarrn, ich weiß das ganz genau.

 

Jetzt hilft bei mir gerade nur eines: Schritt für Schritt denken. Also in wirklich kleine Minischritte denken. Erst gar nicht damit anfangen mir zu sagen: den heutigen Tag ist du normal und du isst gefälligst etwas. Nein, das geht gerade gar nicht. Es geht nur Mahlzeit für Mahlzeit und das tue ich gerade. Ich hangle mich von Mahlzeit zu Mahlzeit. Dieses Mal um normal und gesund zu Essen und danach wieder, um nicht auch dann zu essen wenn überhaupt kein Hunger vorhanden ist.

 

 

Beim HulaHoop bin ich ein klein wenig weiter gekommen. Inzwischen kann ich den Reifen schon länger in die "Nicht-Richtung" drehen und bin gut stolz darauf. Es wird, das merke ich.

Für das Wochenende steht leider einiges an, das hat sich heute so ergeben und ich will nicht Nein sagen. Ich habe Angst das ich dadurch auf Dauer meine Beziehung riskiere. Ich finde es eh Scheisse das man Freund mich gerade in dem Zustand sieht und ich will eigentlich schon gar nicht  mehr ehrlich antworten, wenn er mich frägt wie es mir geht. Er erhofft sich immer so sehr das ich sage, es geht mir gut. Und ich fühle mich so schlecht, wenn ich sage das es mir nicht so gut geht. Es ist ehrlich gesagt zum Mäusemelken und ich hab das gründlich satt.

 

Also stehen dieses Wochenende der Reihe nach an:

  • Freitag: Training, anschliessend Mittagessen mit Bekannten in einem Restauran
  • Samstag: Leihtochter ab 14:00 Uhr bei uns im Haus, anschliessend gemeinsames Kochen hier
  • Sonntag: Gottesdienst für die Verstorbenen Eltern von meinem Mann und anschliessend Essen gehen

 

Ich weiß, das ist alles Freizeit und sollte einfach nur Spass machen. Mich stresst das einfach gerade, ja auch Freizeitaktivität stresst mich total. Ich habe für den Samstag schon den Geburtstag meines Bruders abgesagt, weil es mir zuviel wird. Allerdings muss die Leihtochter zu uns, weil sie selbst keinen PC hat und ihre Prüfungspräsentation auf Papas PC machen muss. Das kann man schlecht absagen und es sollte doch auch halb so schlimm sein für mich. Aber ich habe schon wieder Pippi in den Augen, nur wenn ich daran denke.

 

Vielleicht kann ich den Sonntag entzerren und wir gehen anschliessend nicht Essen sondern gleich nach Hause. Ich weiß nicht, es ist mir gerade einfach wieder zuviel.

 

Aber zum Glück weiß ich ja auch, das nach solchen Tagen wieder viel, viel bessere Tage kommen. Also Augen zu und durch.

 

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