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Sicherheiten einholen

Gestern war mein Vorgespräch in der Kinik in Ebermannstadt. Sie sind zwar unter anderem auch auf Operierte spezialisiert, aber ich bin zu tief in der Essstörung drin und das können sie nicht ableisten. Sie haben keine extra Esstische, an denen Therapeuten mitsitzen und Sicherheit geben.

 

Aber sie haben mich gleich in das Schwesternkrankenhaus überwiesen. Also besser gesagt, einen Termin für ein Vorgespräch vereinbart.

 

Ok, dann halt wieder an einen Esstisch mit Assistenz, das ist nicht schlecht, auch wenn ich es nicht wirklich mag. Allerdings arbeiten die mit dem Konzept, das es gesunde, ausgewogene Kost mit 2.000 kcal geben wird. Ich habe also eine ziemlich schlaflose Nacht hinter mir, weil ich weiß, mit 2.000 kcal bin ich am Arsch und am Zunehmen.

 

Eben habe ich mit meiner Ernährungsberaterin aus meinem Nachsorgezentrum gesprochen. Sie ist meiner Meinung, mit 2.000 kcal liege ich weit über meinen Bedarf. Ich soll mir die Klinik trotzdem ansehen und soll den Kontakt herstellen. Sie wollen dann mit der neuen Klinik sprechen und meinen Kalorienbedarf klären, so das ich entsprechend ernährt werde.

 

Es ist echt ne Krux und ich bin baff, das immer noch dieses alte Model der Deutschen Gesellschaft für Ernährung herangezogen wird. Egal ob Groß, Klein, Jung  oder Alt. Eine Frau hat einen durchschnittlichen Kalorienbedarf von 2.000 Kalorien.

 

Es macht mich schon etwas traurig das hier nicht auf den einzelnen Bedarf eingegangen werden kann. Einfach nur die Portionen etwas kleiner gestalten, das würde ja vollkommen ausreichen. Den so wird man ja auch mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

 

Ich werde das Vorgespräch am 09. April auf alle Fälle wahrnehmen und hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum in Forchheim. Meine dortige Ernährungsberaterin unterstützt mich auf alle Fälle voll und ganz und versucht zusammen mit meinen Arzt und der zuständigen Diabetologin alles in die richtigen Bahnen zu leiten. Das könnte ganz gut klappen, da Erlangen und Forchheim zum gleichen Verbund gehören und zusammen arbeiten.

 

Und ich bin jetzt auch wieder etwas entspannter. Ersten habe ich die Bestätigung bekommen, das das mit den 2.000 kcals für mich wirklich daneben ist und ich es mir nicht einbilde. Und zweitens steht Forchheim und das Team hinter mir.

 

In Staffelstein in der Klinik wollten sie mir ja immer weiß machen, das man die 2.000 kcal braucht, damit der Körper ausreichend mit allen Vitaminen versorgt ist. Aber nicht jeder Stoffwechsel ist halt auch dafür ausgelegt.

 

Eine Patientin in meinem Alter war eben wegen Binge Eating dort und die musste auch die 2.0000 Kalorien jeden Tag essen und nahm kräftig zu. Sie war schon nicht schlank als sie das erste Mal hinging und sie hat mir erzählt, das ihr die Zunahme wirkliche Probleme gemacht hat.

 

Ich würde wohl am Rad drehen, wenn ich nun klinisch zunehmen würde. Also ganz offiziell und unter Aufsicht. Meine Dämme, das ich ja jetzt essen muss, die würden noch mehr aufbröseln und ich hätte Angst, das ich am Ende wieder am Anfang meiner Schlauchmagen-Fahrt stehen würde. Das gilt es für mich auf alle Fälle im positiven Sinne zu vermeiden.

 

Ein erster Schritt ist für mich seit Heute damit getan. Und ich bin froh, das ich meine Scham überwunden habe, eben dort angerufen habe und mir mein Stück Sicherheit an Bord geholt habe.

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