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Neu angesetzt mit frisch gewaschenem Kopf

Hihihi, amüsiere mich gerade über meine Überschrift. Weil, liest sich irgenwie lustig.

Habe den alten Sauerteig über den Jordan geschickt und einen Neuen angesetzt. Habe gelesen, das ich ihn mit einem falschen Material umgerührt habe. Was es nicht alles gibt. Sauerteig ist wie eine Zicke, wenn man so will.

 

Zudem hat mir mein Mann gestern abend liebevoll aber äußerst effektiv das Köpfchen gewaschen. Mit einem halben Glas guten Roséwein lies es sich gut ertragen.

Sauerteig .... ja das wußte ich beim ersten Ansetzen nicht. Man darf den Sauerteig nicht mit einem normalen Haushaltslöffel rühren. Metall ist also denkbar ungeeignet. Das Brot ist trotzdem herrlich lecker und luftig geworden, weil ich ja aus Respekt die beiden Mal Hefe mit dazugegeben habe.

 

Jetzt habe ich vor drei Tagen einen neuen Sauerteig angesetzt und schön mit dem Loch-Holzkochlöffel gerührt. Riecht komplett gleich, aber der Unterschied beim Volumen ist gigantisch. Leck mich am Poppes.

 

Der Ansatz hat mit Sicherheit das dreifache Volumen von dem, den ich anfangs mit einem normalen Suppenlöffel verrührt habe. Am Sonntag Abend ist der Sauerteig einsatzbereit und dann backe ich auch mein drittes Sauerteigbrot. Das erste, ohne Zusatz von Hefe. Dann ist da wirklich nur noch Wasser, Mehl, Sauerteig und Salz drin. Unglaublich!

 

Wir freuen uns beide schon drauf. Und es hält so schön lange saftig und frisch. Klar, ist ein reines Roggensauerteigbrot. Aber liegt vielleicht auch daran, das ich es zusätzlich in ein Bienenwachstuch einwickle. Die Kombination ist super und das Brot hält sich deutlich länger saftig. Auch das Holzofenbrot von unserem Hausbäcker.

 

 

Nach dem Abendessen hatten mein Mann und ich dann noch ein langes Gespräch. Er kann nicht verstehen, das ich nie Zufrieden bin. Er hat mich an unseren Urlaub im Höllental erinnert. Damals habe ich einen Anruf meiner Sachbearbeiterin bekommen, das sie ja nicht jedem dicken Menschen eine OP spendieren können.

 

Was habe ich geheult, was war ich trotzig und wütend, das ich die OP auf alle Fälle bekommen werde. Also, nachdem ich das Telefon aufgelegt hatte. Das Telefonat habe ich nämlich während einer Wanderung geführt, wo ich keuchend den Berg hoch bin. Warum ich nicht schlank bin, wenn ich doch wandern gehe. Ich musste mir sämtlichen Müll von der unwissenden Dame anhören.

 

Ich habe mir und meinen Mann damals geschworen, das ich abnehmen werde mit der OP. Komme war wolle.

 

Und dann habe ich abgenommen und war trotzdem nicht glücklich mit meinem Zielgewicht. Und dann habe ich wieder etwas zugelegt, was sämtliche Ärzte und Statistiken auch vorhersagen. Und dann habe ich vor zwei Wochen gehört, das mein Arzt und meine Ernährungsberaterin so wie ich gerade bin, zufrieden und glücklich mit mir sind. Und wieder bin ich nicht zufrieden.

 

Warum ich nicht endlich stolz auf das Erreichte sein kann. Warum ich ständig an mir herumkritisiere. Ich habe 99% erreicht und ich sollte auf die 1% einen Scheiß geben, hat mein Schatz gemeint.

 

Meine Blutwerte sind top. In einem TV Bericht vor zwei Tagen haben wir beide Erfahren, das Menschen mit subkutanen Fett (gerade Frauen) an Hüften und Po länger und gesünder leben. Frauen haben dadurch ein viel geringere Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und sonstige Krankheiten.

 

Ich muss mich frei machen, von meinem Streben nach "dem perfekten Körper". Ehrlich, so scheiße. Ich musste gestern Abend irgendwann grinsen. Und ich fühle mich auch ein klein weniger befreiter. Er hat mir ins Gesicht geschrien (also, sehr liebevoll und mit einem Zwinkern) das er verdammt stolz auf mich ist und das er mich so einfach gut findet. Hach, tat und tut das gut.

 

Will für mich lernen, das ich mich nicht so von der Meinung andere abhängig mache. Sind noch ganz viele Schritte für mich. Aber der Abend gestern war wie ein weiterer kleiner Befreiungsschlag für meine Seele.

 

So und jetzt gehe ich die letzten Hamsterkäufe tätigen. Fehlen noch Geschirrspültabs und etwas Futter für die Katzen. Wir sind auf alles Vorbereitet, sollte hier bei uns die Quarantäne ausgerufen werden. Komisch, das haben wir auch noch nicht gemacht.

 

Mein Mann meinte gestern nur, Hauptsache es ist genug Bier für ihn im Haus. ;-) Ein echter Franke halt. Die haben hier ja die größte Brauereidichte von kleinen, privaten Bierbrauereien. Da ist Bier kein Getränk sondern ein Grundnahrungsmittel.

 

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