· 

Ich kann mich neu entdecken

Bei uns geht es jetzt entschleunigt zu. Mein Mann ist eben erst für kurz in die Firma, arbeitet zu 90 % von zu Hause aus. Waren also heute Morgen nach dem Frühstücken erst einmal entspannt beim Metzgerbummel. Also Rucksack auf, Wanderstiefel an und los ging es.

Wir haben auch nicht den direkten Weg gewählt, sondern die schöne Route, wie sich das so gehört. Irgendwie schön und trotzdem auch komisch, weil ungewohnt. Beim Metzger und unserem Hofladen den Bedarf für die kommenden drei Tage gekauft und dann langsam wieder nach Hause gegangen. Ein kurzes Schwätzchen über 10 Meter Entfernung mit der Nachbarin und dann wieder zurück die die freiwillige Quarantäne-Höhle.

 

Später mussten wir noch zum Tierarzt, weil unser Kater ja die letzten zwei Wochen öfters gebrochen hat. Ist zum Glück topfit, aber beim Arzt merkt man jetzt die veränderten Regeln. Es darf nur noch ein Tierhalter mit, jeder weitere muss vor dem Haus warten. Die Patienten halten penibel ihre zwei Meter Abstand ein und geredet wird auch nur sehr wenig.

 

Bei meiner Leihtochter Isa musste die erste Kollegin nach Hause gehen. Ihre Schwester hat Fieber und wird gerade auf den Virus getestet. War Isabel vor einer Woche noch Zuversichtlich, das die Wirtschaftskrise ihre Branche und vor allem ihre Firma nicht erreichen wird, so macht sich jetzt eine leichte Versunsicherung bei ihr breit. Was wenn die Firma einfach alle Mitarbeiter für 2 oder 3 Wochen nach Hause schicken muss. Das ist schon ein Kraftakt für ein mittelständisches Unternehmen.

 

Es heißt einfach besonnen zu bleiben.

 

Bei mir sind die nächsten Tage daher auch die Fenster dran. Das Wetter ist super zum Fensterputzen und ich komme zusätzlich raus an die frische Luft.

 

Auch ich versuche jetzt nur noch 1 - 2 mal die Woche in den Supermarkt zu gehen. Ich habe auch keine Sorge, das es Lieferengpässe geben könnte. Ich denke, die nächsten Tage spielt sich das wieder ein und die ersten Hamsterkäufe von verängstigtend Mitbürgern sind getätigt. Hier in Bayern hat unser Söder ja eh die Zügel noch etwas straffer in der Hand, wegen der vermehrten Infektionen.

 

Ich will die Zeit nutzen um mich neu zu entdecken. Also wieder mehr auf mein lockeres Essverhalten achten. Mehr Bewegung für meinen Körper. Mehr Miteinander mit meinem Mann.

 

Habe ich bisher 1mal pro Woche mit meinen Eltern telefoniert, wird es jetzt schon öfters, das merke ich. Wenn man weniger raus kommt unter Menschen, dann fehlt halt doch die soziale Komponente.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0