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Ich werde besser

Die ersten Mundschutzmasken sind entsorgt worden. Inzwischen habe ich einen festen Stoff hier, der sich viel besser verarbeiten lässt. Und ich habe einen anderen Schnitt für mich entdeckt, mit dem ich besser zurecht komme, wenn ich die Maske trage.

Mit dem Maskennähen habe ich auch so meine Erfolgserlebnisse, so das ich viel viel weniger zwischendurch esse. Die Seele ist beschäftig und der Magen hat keinen Anspruch.

Mein letzter Mundschutz ist sogar mit zwei verschiedenen Stoffen genäht. Das Futter ist ein etwas leichterer Stoff. Der äußere Stoff ist ein sehr fester Stoff, der auch für Arztkittel verwendet wird.

Und als kleines Zucker und damit ich noch besser Luft bekomme, ist nun auch durch die Mitte ein biegsamer Bügel eingenäht. So kann ich nicht nur über die Nase anpassen, sondern auch noch schön den Mund freihalten und trotzdem liegt es an den äußeren Nähten überall schön an. Bitteschön, nach dem 20igsten Mundschutz wird es ein Luxusteil mit WLAN Empfang und BlueTooth Funktion. Grins.

 

 

 

Mein Mann mag den anderen Zuschnitt lieber, den mit den Falten über Mund und Nase. Bitteschön, auch er soll seinen Lieblingszuschnitt bekommen. ;-)

Nicht weniger "schnittig" und auch ganz schick. Er muss sich nur noch selbst die Gummis binden, damit die Länge für Ihn passt.

 

Wer hätte noch vor 2 Wochen gedacht, das ich mal ein kleiner Mund-Nasen-Schutz Semi-Profi werde. Ich garantiert nicht.

 

Tja, und wie schon geschrieben. Der Nebeneffekt ist, das ich mich während des Nähens so konzentrieren muss, das ich nur noch wenig Gedanken ans Essen verschwende. Also, sie tauchen schon immer wieder auf, auch ohne Hunger. Aber durch die Beschäftigung sind sie leichter in den Hintergrund zu drücken.

 

 

Weiterhin gehe ich Biken. Auch gestern standen wieder 19 Kilometer auf dem Tacho und ich war von oben bis unten durchgeschwitzt. Da wir ja eBikes haben, bin ich echt wie eine Blöde dahinter, das ich erst dann die Unterstützung höher drehe, wenn mir fast die Lunge aus dem Leib platzt. Also quasi kurz vor Herzstillstand ;-), damit ich auch wirklich meinen Puls hochfahre und gut Leistung verbrauche.

Ich erstarre nur jedesmal in Erfurcht, wenn wir einen Radfahrer ohne Elektrounterstützung überholen. Sind zwar nur noch wenige bei uns in der Gegend "analog" auf dem Bike unterwegs, aber die haben meinen vollsten Respekt. Ich würde nicht einmal ansatzweise die Höhenmeter ohne Unterstützung schaffen.

 

Ich frage auch immer mal wieder bei meinem Mann nach, mit welcher Unterstützung er gerade unterwegs ist. Ich bin immer total stolz wenn ich die gleiche Elektrostufe fahre wie er. Gut, ich bin dann aber meist schon 1 oder 2 Gänge niedriger unterwegs, weil ich den Berg sonst hochschieben dürfte. Aber das ist mir schnurzegal.

 

Heute mache ich Bike-Pause, weil ich gestern sakrische Muskelkrämpfe im hinteren Oberschenkel hatte. Leck mich .... mir haben die Worte gestern abend dafür gefehlt. Also heute kleine Fahrradpause, wohlverdient.

 

 

Und mir ist da noch etwas aufgefallen. Das Essen ohne Hunger ist vor dem Nähen schon etwas besser geworden. Irgendwie nimmt mir die Ausgangsbeschränkung anscheinend seelischen Ballast weg. Mir geht es besser den je, seit wir die Ausgangsbeschränkung haben. Die Depression war noch nie so leicht seit ich sie die letzten 5 Jahre hatte, wie während dieser Ausgangsbeschränkung.

 

Als wäre mir eine große Last von den Schultern genommen worden. Ich darf nicht nur zu Hause bleiben, nein - es wird sogar gefordert. Ich muss kein schlechtes Gewissen mehr haben, weil ich einfach viel lieber eine Stubenhockerin bin. Endlich ohne schlechtes Gewissen kein Krafttraining haben. Auch wenn ich ja das Krafttraining ansich gerne mache. Ist irgendwie zweischneidig. Ich mache es sehr gerne, aber am liebsten würde ich immer  "alleine" im Studio sein. So ganz für mich vor mich hinstemmen. Mich stressen die anderen Menschen, die Stimmen, das wuselige. Alleine bin ich palletti, das fühlt sich gut an.

 

Das ist beim Fahrradfahren fast genauso. Am liebsten ist es mir, wenn mein Mann sicherlich 10 Meter vor mir fährt und ich einfach in meinem Tempo hinterher fahren darf. Mein Reaktionsvermögen ist eine Katastrophe, war es schon immer. Wenn ich im Voraus sehe, in welche Richtung ich abbiegen muss, dann habe ich länger Zeit zu Reagieren. Gerade wenn es mitten im Wald über holprige, schmale Wege bergab geht, da bin ich richtig angespannt. Und dann noch eine Kurve, nein am besten eine Kehre. Da werde ich extrem langsam und ich bin froh, wenn mein Mann mir meterweise voraus ist, damit ich nicht noch darauf aufpassen muss, ihm auch noch auszuweichen. ;-)

 

Ich habe ihm das gestern mal erklärt und jetzt versteht er auch, das er mir sogar dabei hilft, wenn er weit voraus fährt und mir das Sicherheit gibt. Verstanden hat er es vor allem, weil ich gestern seitlich die Treppenstufe auf der Terasse runterwollte. Dabei bin ich gerade auf den tauben Teil meiner linken Fußsohle getappt. Böse Sache ..... da ich da nichts spüre bin ich ins Straucheln gekommen. Wegen einer kleinen Stufe! Ich habe mich natürlich abgefangen, aber er hat gemerkt, das mir die taube Sohle Schwierigkeiten bei der Balance kostet. Also muss ich seit gestern auch nicht mehr darum kämpfen, das wir keine trittsicheren Wanderwege mehr gehen. Ich kann ja sogar auf ebener Straße kippen. *mal schallend lachen*,

 

Eigentlich wollte ich damit nur ausdrücken, das ich halt bestimmte Sachen, Verhaltensweise um mich herum brauche, das ich sicher Fahrrad fahre oder Wandern kann. Lange Schreibe - kurzer Sinn.

 

So, jetzt mache ich mal unser Essen von gestern warm. Mein Mann kommt gleich heim.

Und heute Abend gibt es selbstgemachte Pizza aus dem Pizzaofen bei uns zu Hause.

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