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Die Macht der Gewohnheit

Da ist sie also, die sechste Woche Intervallfasten. Zu Beginn hätte ich nicht gedacht, das ich sechs Wochen später immer noch im Rhytmus bin und ich hätte mit mehr Problemen gerechnet.

Ich bin glücklich, das ich noch immer dabei bin und das mir immer mehr Kleinigkeiten immer leichter fallen.

Auch das Presswurstfeeling bei meinen alten Jeans - seit heute vorbei. Juchu, ich passe wieder angenehm in meine 40er Jeanshosen. Wenn das mal kein Grund zu feiern ist.

Vor einigen Tagen ist mir beim Fernsehen aufgefallen, das ich nicht mehr an das Knabbern denke. Oder auch, was ich jetzt knabbern könnte. Selbst wenn ich aufstehe und mir in der Küche was zum Trinken hole. Irgendwie stellt sich gerade nicht die Frage, was da noch zum Essen für mich da ist.

 

Das ist ein neues und ungewohntes Gefühl für mich. Zu Beginn meines Intervallfastens war das ja die größte Hürde für mich. Dieser Kopfdrang nach dem Essen vor dem TV. Ganz zu Anfang habe ich vorm TV noch jeweils eine Reihe dunkle Zartbitter-Schokolade auf der Zunge zergehen lassen. Das gibt es nun schon seit mehreren Wochen nicht mehr. Und der Drang danach ist auch weg.

 

Inzwischen können die Pistazien oder Walnüsse neben mir stehen und mein Mann knabbert davon. Anfangs viel es mir echt schwer, nicht auch zuzulangen. Aber inzwischen registriere ich es oft nur noch nebenbei, wenn überhaupt.

 

Das habe ich mir immer gewünscht. Das diese ständige Gedanken ans Essen endlich mal aufhören. So nach dem Motto: Nach dem Essen ist vor dem Essen.

 

Das waren uns sind belastende Gedanken für mich, weil ich weiß das ich dann aus emotionalen Gründen esse. Meine Emotionen haben sich natürlich nicht in Luft aufgelöst, das ist klar. Aber ich bin anscheinend gerade dabei, mir eine neue Gewohnheitsstraße zu bauen. Eine Straße, deren Abbiegung ich hoffentlich irgendwann ganz selbstverständlich nehme und die dann auch nichts mehr besonderes für mich ist.

 

Andere Menschen würde ja nicht im Traum daran denken, dafür einen ellenlangen Blogeintrag daraus zu machen. Für mich hingegen ist es ein kleiner Sieg von vielen Siegen die da waren, die das sind und die da noch kommen werden. Etwas worauf ich gerade megastolz bin.

 

Ich habe mal im Netz ein wenig nachgeforscht. Da wird etwas von 21 Tagen geschrieben, bis sich eine neue Gewohnheit einschleift. Das müssen aber schon ziemlich unwichtige Gewohnheiten sein, das es nur 21 Tage dauert.

 

Ich weiß, das meine neue Gewohnheit, die gerade mal etwas über 5 Wochen alt ist, noch wackelig auf den Beinen steht. Ich hoffe sie einfach nur, über weitere 5 Wochen hinübertragen zu dürfen. So das die neue Straße eine noch tiefere Spur in mir drin hinterlässt und die alte Straße irgendwann in mir drin unsichtbar macht.

 

Also gut, ich denke nun während meiner Esspausen nicht mehr nur ständig ans Essen. Und Abends wenn sich mein Essfenster schliesst, kann ich damit komplett loslassen. Das kann auch eine Werbung rund ums Essen gerade nicht umwerfen. Das ist schon mal so richtig gut.

 

Vielleicht, ich weiß es ja nicht, vielleicht denke ich irgendwann ja auch während meiner Essphasen nicht mehr nur ständig ans Essen? Das wäre der totale Hit für mich.

 

Apropo. Wie Eingangs schon erwähnt. Ich habe heute  mal neugieriger Weise eine Jeans von vor zwei Jahren anprobiert. Im letzten Jahr hatte ich die nur noch selten an, weil sie schon ziemlich eng und unbequem waren. Die letzten Monate gingen sie dann gar nicht mehr zu. Seit heute ist das Geschichte. Sie sitzen wieder gut und vor allem auch bequem. Nichts zwickt und zwackt und ich kann sie den ganzen Tag tragen.

 

Dank Intervallfasten habe ich mir also auch wieder meine 40er Jeans zurück erobern können. Das find ich gerade richtig geil.

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