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Der Weg des geringsten Widerstandes

Heute ist mir wieder das Vorurteil begegnet: ich mach keine Diät mehr, ich stelle meine Ernährung zukünftig um. AHA ... Diät, das ist ein viel strapazierter Begriff und hat für jeden eine ganze andere Bedeutung, wenn man mal ganz genau in sich geht.

Dazu Wikipedia: Die Bezeichnung Diät kommt von altgriechisch δίαιτα díaita und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet.

 

Im Grunde genommen leben wir dann ständig Diät, wenn man es genau nimmt. Richtig? Ich für mich, ich mache keine "Diät" so wie das Wort heute ständig gebraucht wird.

Viele andere Ernährungsformen, die hatten einen Diät-Touch für mich, so wie Zeitschriften das laufend betiteln. Woran ich das rückwärtsgedacht festmachen kann? Nun, an folgenden Kriterien:

  • ich habe mich währendessen zuviel eingeschränkt gefühlt
  • ich habe in Kategorien: jetzt und nach der Diät gedacht
  • wenn ich aus dem Programm draußen war, dann hat es Wochen gedauert wieder zurück zu finden
  • ich habe noch mehr an Essen gedacht, als das bei mir eh schon der Fall war/ist

 

Das sind für mich alles ungute Vorzeichen, das ich eine dauerhafte Ernährungsumstellung mit der Art von Ernährung nicht schaffen werde oder eben geschafft habe.

 

 

 

Ernährungsumstellung (was ja streng genommen auch Diät ist) wie ich sie brauche um sie zu 90% aktiv Leben zu können, muss mehr sein als ein Plan aus einem Buch oder einer Zeitschrift. Ich musste über 50 Jahre alt werden um das endlich zu kapieren.

 

Kriterien die für mich dauerhaft stimmen müssen, sind:

  • das neue Leben darf mich nur wenig einschränken
  • die neue Lebensweise muss sich gut in mein bisheriges Lebenskonzept integrieren
  • Essen / Bewegung muss wieder Spass machen
  • das neue Leben muss es schaffen, das ich "gut essen" nicht gleich mit "dick werden" gleich setze

 

 

Was hat mir persönlich nichts gebracht oder war mit zuviel Einschränkungen verbunden oder auch zu aufwändig / kompliziert im Alltag:

  • LowCarb
  • NoCarb
  • LowFat
  • Brigitte Diät
  • WeightWatchers
  • DinnerCanceling
  • Kalorien zählen
  • Trennkost
  • Glyx Diät

 

Ich will so wenig Vorschriften wie möglich, die ich persönlich als Einschränkung meines Verhaltens wahrnehme. Dem Intervallfasten stand ich anfangs auch sehr skeptisch gegenüber. Schon alleine, weil ich mit viel Wiederstand im eigenen Haushalt gerechnet habe. Immerhin fällt damit das gemeinsame Frühstücken flach. Anfangs dachte ich noch, vielleicht mache ich den Kompromis, das ich Sonntags zum Frühstück etwas esse.

 

Das waren alles Gedanken die ich mir nicht hätte machen brauchen. Mein Mann hat sich binnen weniger Tage daran gewöhnt, das ich zwei Tassen Kaffee trinke (auch an Sonn- und Feiertagen) und er sein Frühstück isst. Im Gegenteil, er kann nun in Ruhe essen unterdessen ich ihm die Ohren abquatsche. Finden wir Beide inzwischen gut.

 

Das ich nun ganz offiziell und ohne schlechten Gewissens nun Mittags erst das erste Mal etwas Esse, das finde ich eher befreiend. Endlich weg von dem Märchen, das der Mensch unbedingt etwas zum Frühstück braucht. Das mag durch aus seine Berechtigung haben (mein Mann würde den Hungertot bei so langen Esspausen sterben - O-Ton seinterseits) und ich blühe damit so richtig auf. Seitdem ich erst ab Mittags esse, blühe ich richtig gehend auf. Ich bin schon Morgens energiegeladen und überhaupt kein Muffel mehr. Die lange Esspause ab Abends tut meinem Körper anscheinend so richtig gut.

 

Aber wie schon gesagt: das ist nicht für jeden Menschen so und dann sollte man das auch nicht praktizieren. Vielleicht geht es anderen mit weniger Fett, Kohlenhydrate oder weiß der Geier was, viel viel besser. Dann los damit, gestalte dir dein eigenes, besseres Ess-Leben.

 

Abends, ja Abends da muss ich mich schon zusammenreißen. Aber es wird besser, ich denke nicht mehr jeden Abend ans Knabbern. Aber das ist auch kein Wunder, ich bin damit aufgewachsen. Vor dem TV gibt es noch eine Kleinigkeit zum essen. Das war jetzt nicht per se Knabberzeugs. Nein, meine Eltern sind die Generation "Obst oder Nüsse pur vor dem TV". Ich habe es im Laufe meines Erwachsenen Lebens einfach nur umgewandelt in "ist egal was vor dem TV". Ich habe also eine TV-Esskarierre von 50 Jahren hinter mir und die lässt sich nicht so leicht unterbuttern. Aber ich bin dran.

 

Das ist also mein wunder Punkt. Aber der ist zum Rest dieser neuen Ernähungsweise so klein, das er mich nicht wirklich einschränkt oder stört. Den während meiner Essenszeit verkneife ich mir nichts. Da passt auch das Stück Hefekuchen in den Plan. Und zwar Phasenweise auch mal an 3 - 4 Tagen die Woche. Oder jetzt im Sommer als krönenden Abendessens-Abschluss an 2 - 3 Tagen meine NiceCream.

 

Ansonsten esse ich gesund und ausgewogen. Ich will gut essen und gut essen heißt nicht autmatisch dick werden. Seit ich wirklich darauf achte, das das meiste auf dem Teller vorher frisch und regional ist, ist auch der Käse auf dem Gratin nicht mehr ausschlagebend. Frisches, gesundes Gemüse zurecht geschnippest in einem Nudelgratin, das macht nicht dick. Ich gucke darauf, das mehr Gemüse im Gratin ist, als Nudeln. Das der Käse hochwertig ist und kein Lightkäse. Das macht schneller satt und befriedigt mich persönlich mehr.

 

Das Gratin ist jetzt nur ein Beispiel. Wir waren letzten Sonntag auch Pizza essen. Und was habe ich die drei kleinen Stückchen Pizza genossen. Die  machen mich nicht dick, weil der Rest des Tages echt ausbalanciert war. Ich achte darauf, das immer etwas von meinem Lieblingsobst im Haus ist.

 

Zwischenzeitlich ist es sogar so, das mit Melone mehr gibt als Schokolade. Und das aus meinem Munde. Seit Tagen sind Smarties, Minimarshmellows und Gummibärchen im Küchenschrank. Die brauche ich, wenn ich dieses Wochenende meine zwei Mini-Mäuse (Nichten) hier habe und zum Backen von Schokomuffins mit eben den Smarties und Marshmellows. Die jucken mich gerade zum Glück nicht die Bohne, weil ich darauf achte, das ich jeden Tag mein Lieblingsobst esse und damit meinen süßen Zahn befriedige.

 

Was ist du gerne? Wie isst du gerne. Wenn du deinen Weg finden willst, musst du vorher genau dein Essverhalten ansehen und dann deine massgeschneiderte Ernährung zusammenstellen. Ich halte mich nicht an die diversen Vorschläge beim Intervallfasten. Ich bestimme mein Essfenster selbst. Mal sind es 14 Stunden, mal komme ich auf knapp 18 Stunden. Je nachdem wie es in den Tag passt und wie mein eigenes Hungergefühlt ist. Ich will versuchen, das ich da keine Religion draus mache.

 

Ein bisschen hat mich der heutige Kommentar in dem Forum schon gestört, das meine Art der Ernährung ja nur "eine der vielen Diäten" ist, die es da gibt. Ja, die Form des Essens wird gerade gehyped. Aber das ist ja nicht ausschlaggebend. Sie passt zu mir wie die Faust aufs Auge. Sie schränkt mich persönlich am wenigsten ein und dann ist es einfach mein Lebensstil und keine Diät im eigentlichen Sinne mehr.

 

Danach sollte man Ausschau halten, wenn man dauerhaft etwas schlanker werden will.

 

Ich bin die letzten Tage lange in mich gegangen. Eigentlich wollte ich noch so 2 - 3 kg abnehmen. ABER, wenn das jetzt nicht mehr geht, dann möchte ich, das es für mich in Ordnung ist. Den was ich nicht  mehr will ist, das ich mich dann doch noch einschränken muss. Das ich auf meinem geliebten Kuchen verzichten sollte. Das sind mir ein paar Bonuskilos nicht mehr wert.

 

Ich bin einen langen Weg gegangen, um genau diesen Satz oben schreiben zu können und ihn vor allem auch so zu meinen. So wie ich mich jetzt ernähre und bewege, genauso kann ich das machen. Das ist für mich gelebter Alltag und absolut praxistauglich. Etwaige Verbote - darauf habe ich keine Böcke mehr.

 

Es lebe das Leben und mein jetztiger Ernährungs- und Bewegungsstil.

 

 

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