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Tränen in den Augen

Seit ungefähr 4 Wochen hat mich das Depressionsmonster wieder fest im Griff. Ich bin einfach nur fassungslos und frage mich, wie es immer wieder ohne ersichtlichen Grund passieren kann. Es reißt mich einfach nur in die Tiefe und die Welt um mich herum verliert immer mehr an Farbe.

 

Ich gehe raus in die Natur, sehe das leuchtende Blau des Himmels, spüre die Sonne auf meiner Haut. Streichle das warme, weiche Fell meiner Katzen, sehe das Lachen meines Freundes .... all das erreicht mich nun schon seit Wochen nicht mehr in meiner Seele.

Es ist zum Kotzen, zum heulen, zum wütend werden, zum rausbrüllen ... ich würde am liebsten mit einem Baseball-Schläger losziehen, nur um mich wieder spüren zu können.

 

Aber alles was in mir drin ist, ist einfach nur unendliche Traurigkeit aus dem Nichts kommend. Ein harter Knoten in der Bauchgegend und kaum will ein Lichtschimmer durch dieses Nichts, dann schlägt der Knoten erbarmungslos zu, als wolle er mich verhöhnen. Ha, hast wohl gedacht du kommst so schnell wieder ans Licht. Ist nicht Baby .... jetzt bin erst mal ich dran und ich mach dir das Leben erneut zur Hölle.

 

Habe mir ein weiteres CBD-Liquid in einer höheren Dosis bestellt. Den sobald ich CBD dampfe, geht es mir etwas besser. Ich kann dann wenigstens für kurze Zeit abschalten und der Dämon Depression lässt mich etwas in Ruhe. Ich hoffe inständig, das es die nächsten Tabe bei uns im Briefkasten liegt.

 

Zu meinem Hausarzt möchte ich nicht. Er ist so ein treuer Verfechter von Anti-Depressiva, das kann ich gerade überhaupt nicht gebrauchen. Mein Freund unterstützt meinen alternativen Weg allerdings vorbehaltlos und darum bin ich froh. Versuche auch schon, das ich die Psychologin erreichen kann, bei der ich seit Monaten auf der Warteliste stehe. Ich möchte wissen wie lange es ungefähr noch dauert.

 

Ich achte sehr auf mich. Schaue darauf, das ich mich nicht zu sehr von allem und jedem zurückziehe. Sport ist wichtig, auch wenn ich ihn gerade überhaupt nicht mag. Er bringt mich entweder an die Natur oder unter die Menschen. Heute geht es wieder ins Fitnesstraining. Während der Depression verlangen mir solche Aktionen unglaublich viel Kraft ab, aber es muss sein.

 

Vor kurzem bekam ich von einer entfernten Bekannten aus der Firma von wie eingmietet sind die Antwort: Wie, warum bist du den Depressiv. Du hast doch keine Kinder oder sonstige Verpflichtungen?

 

Komisch, jemand der Krebs hat, dem würde so eine Frage in tausend Jahren nicht gestellt werden. Warum immer den Depressiven. Kein Wunder das viele nur noch den Selbstmord als letzten Ausweg sehen. Man fühlt sich fast schon so, als hätte man eine Modekrankheit mit der man nur kokettieren möchte. Das macht mich immer wieder wütend und am liebsten würde ich hier im großen Stil für schonungslose Aufklärung sorgen. Aber es wird immer die "ewigen Ingnoranten" geben. Das erlebe ich ja auch in der allernächsten Familie. Von daher weiß nur ein einziger meiner Brüder, das ich gerade wieder einen Schub habe. Einem anderen würde ich es auch noch anvertrauen, aber ansonsten lasse ich das zum Selbstschutz inzwischen lieber sein.

 

Ich habe keine Lust mehr, mich für meine Krankheit rechtfertigen zu müssen oder noch schlimmer, das ich mich beim aussprechen dafür schäme. Daher von meiner Seite: Klappe halten und gut ist auch.

 

Das zu allem Überfluss am Sonntag ein Onkel von mir einfach Tod umgefallen ist, macht die Sache nicht wirklich leichter. Das einzige was an dem jetztigen Zustand von mir noch gut ist, ist das es mich seelisch im Herzen nicht erreicht. Der Verstand weiß es, ab und zu macht es mich etwas traurig. Aber meine Gefühle sind durch die Depression so Tod, ich kann nicht einmal weinen.

 

 

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