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Heute immerhin schon wieder dunkelgrau

Das ist doch schon mal was, nach den letzten Tagen. Die waren mühsam, scheiße und überhaupt. Heute ist meine Seele also schon wieder dunkelgrau und nicht mehr rabenschwarz, wie in den letzten Tagen. War zu keinem Lächeln fähig, Gefühl - außer Traurigkeit - Fehlanzeige und nicht vorhanden.

Selbst jetzt, nach sovielen Jahren Erfahrung mit der Depression, erschrecke ich immer noch, wie ich von Heute auf Morgen absacken kann. Wie mir plötzlich alles egal zu sein scheint. Mein Verstand weiß: ich liebe meinen Mann, ich vergöttere meine Katzen, ich vermisse meine Familie .... aber von all den Gefühlen ist nichts da, das ich in einer akuten Depressionsphase spüren kann. Ich spüre außer die Scheiss Traurigkeit und Perspektivlosigkeit nichts.

 

Ich traue mich nicht, mich in solchen Tagen meinen Schatz voll und ganz anzuvertrauen. Ich möchte ihm dieses elendige Trauerklos nicht zumuten. Er merkt das was nicht stimmt und ich gebe einen Bruchteil von dem wie es mir wirklich geht zu. Und er ist dann mit Traurig aber auch gleichzeitig etwas erleichtert, das es vermeintlich nicht so schlimm ist.

 

Vermaledeit, dieser Kreislauf und dieses Theater.

 

Die letzten Tage war ich zu nichts in der Lage. Gerade das ich den Haushalt in der Basis geschafft habe. Eigentlich wollte ich schon längsten Weihnachtsdeko aus meinem Plotter verkaufen. Aber sobald ich mich über einen längeren Zeitraum damit beschäftige (also, das ich damit verkaufen will), bin ich so unter negativen Strom. Ich schaffe es nicht, einen Schritt zurück zu treten und die Dinge etwas entspannter auf mich zukommen zu lassen. Der Anspruch, den ich an mich selbst habe, der ist viel  zu hoch. Ich weiß es und stehe trotz allem hilflos daneben. Sehe zu, wie ich an meinen eigenen Ansprüchen verzweifel und wieder in eine Depression ruschte. Es ist zum Mäusemelken. Ich will etwas tun, was mir Spass macht und schaffe es doch nicht auf einen professionellen Weg.

 

Gut, aber seit heute Nachmittag wird es wieder dunkelgrau. Ich sehe die ersten Lichtblicke und kann mich wieder aktiv unterhalten. Zumindest für ein paar Minuten oder ein Abendessen lang. Das war ja die letzten Tage nicht möglich, da habe ich zurück geschwiegen.

 

Ich hoffe das es morgen dann mittelgrau ist und übermorgen hellgrau und dann geht es von alleine wieder ins leicht bewölkte. Damit kann ich inzwischen sehr gut umgehen.

 

Ansonsten versuche ich mich auf alle Fälle an Routine. Das hält in solchen Zeit einiges Aufrecht und ich kippe nicht komplett ab. Haushalt, Baustelle, Einkaufen, Nähen, Ich-Zeit.

 

Und das hier ist der Status von vorgestern. Inzwischen ist schon die Zwischendecke über Büro, Labor, Technikaum und Sanitärräumen montiert

Nächste, spätestens übernächste Woche kommt das Dach und danach die Fenster und Türen. Leider hat die Baufirma die veralteten Daten an die Fensterbaufirma weitergegeben. Nun haben viele Fenster und Türen die falschen Maße. Ich hoffe man kann sich einigen. Ansonsten muss dieses Mal leider der Anwalt ran. Den die Zwischendecke haben sie auch schon falsch bestellt.

 

Anstatt der Sichtholzdecke (schon geschliefen und muss nicht verkleidet werden), haben sie die ungehobelte Decke bestellt. Dabei wollten wir wegen des Raumklimas und der Luftfeuchtigkeit extra eine Sichtholzdecke die frei bleibt. Das bleibt nun wohl ein Wunschtraum und muss mit Pharmacell-Platten zugekleistert werden. Dummheit! Aber Hauptsache die Rechnung stellen können, für falsch montierte Bauteile.

 

Nun gut, kann nun nicht alles glatt laufen aber das ist mehr als ärgerlich uns sehr, sehr teuer. Eventuell läuft es auf einen Anwalt hinaus, wenn sie uns nicht entgegenkommen.

 

 

Erfreulich für mich ist, das meine Seele nicht ständig nach Süßkram, Knabberkram oder Zwischenmahlzeiten schreit. Das war bisher immer der Fall und hat mich jedes Mal wieder einige Kilos gekostet. Durch die Intervall-Routine denke ich gerade nur dann ans Essen, wenn das Zeitfenster dafür geöffnet ist. Das erleichtert mich wirklich. Den meine früheren Essattacken haben mich dann immer noch zusätzlich belastet.

 

Es wird also .... langsam .... aber es wird und das ist die Hauptsache!

 

 

Hoffnung ist an etwas glauben zu können, das man noch nicht sehen kann!

 

 

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