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Was ist deine Triebfeder?

Warum willst du eine Adipositas-OP und was hält dich beim Abnehmen und beim Gewicht halten bei der Stange?

 

Gestern viel das Wort "Solidargemeinschaft" und der bin ich nun verpflichtet. Also die Krankenkasse hat gezahlt, die Beiträge kommen von der Gemeinschaft und daher fühle ich nach der OP eine gewisse Verpflichtung gegenüber der Solidargemeinschaft.

 

Auch ein Grund, dem stehe ich weder positiv NOCH negativ gegenüber. Den ich finde ja, es gibt viele Gründe die einen während und nach der Abnahme bei der Stange halten können.

Mir geht es übrigens wieder ein Stück besser, was man bei den Bildern gut erkennen kann. Liegt wahrscheinlich an der schreibend, roten Strumphose von Heute. Die führ ich gleich Gassi zum Hausschuh einkaufen. ;-)

Nein, zurück zum Thema. Den ich fand diesen Einwand sehr, sehr interessant und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich hatte nämlich während und kurz nach der Abnahme auch diese "eine Motivation". Meine Krankenkasse hat mir die OP bezahlt und ich wollte ihr beweisen, das ich zu denen gehöre, wo die OP wirklich klappt.

 

Hat sie ja auch, wie man an den obigen Bildern gut sehen kann. Ich bin in "good shape" wie man so sagen kann, für über 50 Jahre auf dem Rücken.

 

Diese Motivation der Krankenkasse gegenüber hielt aber nur für einen gewissen Zeitraum. Ich habe festgestellt, das es bei mir eine Grundmotivation gibt, die sich die ganze Zeit wie ein roter Faden durchzieht. Das hat sich während des MMKs bei mir herauskristiallisiert. Ich will körperlich gesund und fit sein, damit ich möglichst viel mit meinem Partner unternehmen kann. Die Motivation ist mir seit über 5 Jahren ein treuer Begleiter.

 

Und dann gibt das das Wegbegleiter, die immer mal wieder für kurz oder lang mitgehen. Die letzten Tage sind es die bunten, verrückten Strumpfhosen, die ich in Röckchen und Kleidchen zeigen will. Da fühle ich mich wohler, wenn ich schlanker bin und das lässt mich automatisch zu mehr Bewegung oder gesünderen Nahrungsmitteln greifen.

 

Seit ein paar Tagen begleitet mich nun sehr intentsiv das wirklich komplette zuckerfreie Backen. Also auch kein Birkenzucker, sondern das Backen mit Erythrit. Es ist noch verträglicher für Magen-Darm und wird nicht verstoffwechselt. Jetzt schmeckt der Brownie zusätzlich auch noch verdammt lecker. Da stellt sich mir doch gar nicht mehr die Frage nach Haushaltszucker, wenn das mit der Alternative genauso lecker schmeckt und ich mein Stückerl Kuchen esse.

 

Klar ist meine Motivation bei diesen neuen Backexperimenten natürlich auch, das es so einfach weniger Kalorien bei gleichem Geschmack hat. Wer jetzt aber denkt, davon kann man Kiloweise essen, der ist auf dem Holzweg. Ich für mich brauche deswegen nun nicht mehr Kuchen als bisher, nur weil er kalorienärmer ist. Das bleibt sich für mich gleich.

 

Meine größe und beste Triebfeder, die bin sowieso ich alleine. Für eine Solidargemeinschaft oder die Krankenkasse mache ich das schon lange nicht mehr. Zumal es weder die Solidargemeinschaft noch die Krankenkasse wirklich interessiert, ob ich das Gewicht halte oder nicht. Dort bin ich eine Beitragszahlung die entweder etwas mehr oder etwas weniger kostet.

 

Also ich diese Solidargemeinschaft in meiner tiefsten Depresssion am meisten gebraucht hätte, hat sie mir eine Absage erteilt. Mein Kontingent ist ausgeschöpft, die Depression wird nicht mehr mit Therapie behandelt. Eine Krankheit lässt sich nicht nach Kontingent behandeln. Sagt man das auch zu Patienten mit Krebs. Sorry, sie haben ihr Soll ausgeschöpft, wir müssen mit der Chemo aufhören. Das bezahlen sie jetzt aus eigener Tasche.

 

Ich habe meine Therapiestunden dann noch eine Zeit lang privat bezahlt. Nach ein paar Mal war Schluss und ich war finanziell dazu nicht mehr in der Lage. Obwohl die Therapeutin für mich eine niedrigere Zahlung vereinbart hat.

 

Ich würde Anti-Depressiva bekommen, so viel ich brauche von der Krankenkasse. Leider helfen sie mir nicht. Also kaufe ich auf eigenen Geldbeutel jeden Monat aufs Neue CBD-Öl und CBD-Liquid, die meine Depression genauso lindern, nur das sie deutlich besser verträglich sind.

 

Ich bin froh das es Krankenkassen gibt, das bin ich wirklich und wahrhaftig. Wir haben ein tolles Gesundheitssystem, das zeigt sich immer wieder und gerade auch in solchen pandemischen Zeiten. Aber die Krankenkasse und die Solidargemeinschaft sind nicht mehr meine Triebfedern.

 

Zu oft habe ich mich solidarisch in die Arbeit geschleppt, mit Fieber, mit Depression. Habe solidarisch 50 Stunden und mehr die Woche gearbeitet. Bin für tolle Kollegen/innen und weniger tolle Arbeitgeber in die Presche gesprungen. Das wird nur für den Augenblick honoriert. Und niemand hat am Ende auch etwas davon, seien wir mal ehrlich. Ich denke, die beste, tollste Triebfeder, die sollte man immer selbst sein. Den nur wenn ich auf mich achte, mit meine Auszeiten gebe und nicht ständig und laufend für die Gemeinschaft am Ball bin, nur dann bleibe ich am längsten Motiviert und gesund.

 

Und wenn ich das beachte, dann hat auch die Solidargemeinschaft am längsten was von mir.

 

Zuerst komme ICH, dann kommen meine LIEBLINGSMENSCHEN. Und nur wenn das klappt, dann hat auch die Gemeinschaft ein wirklich positiven Nutzen von mir.

 

Was ist deine Triebfeder?

 

 

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