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Gibt es auch depressive Ziegen?

Waren heute in Weismain wandern. Die Wege waren geteert, geplastert oder schwarz-schlammig. Die Wege waren auch breit, also wirklich breit. So breit, das uns mehrfach Autos entgegen kamen, obwohl dort ein Verbot war.

 

Zusammen mit dem bewölkten Himmel war das keine gute Kombination für mich. Ich mag die Wege kuschelig und eng, Bin gerne umgeben von vielen Bäumen und Sträuchern. Ich habe auch den Geruch von naßen Waldboden, gemischt mit Moos ganz furchtbar vermisst.

 

Das einzige Highlight waren die Ziegen am Ende der kleinen Wanderung. Die haben mir ein breites Lächeln aufs Gesicht gezaubert und die letzten 2 Kilometer gingen dann wie von selbst.

 

Aber ja, es war für mich eine depremierende Wanderung mit deprimierenden Aussichten. Meine Stimmung wurde mit jedem Schritt gedrückter. Ich kann gar nicht verstehen, das ich mich so davon beeinflussen lassen kann.

 

Ich war danach so fertig, das ich allen ernstes Nachmittags eine volle Stunde tief und fest geschlafen habe. Die volle Spülmaschine Spülmaschiene sein habe lassen und das dreckige Mittagsgeschirr zum schmutzigen Frühstücksgeschirr meines Mannes gestellt habe. Das mache ich sonst wirklich nie!

 

Als ich dann um kurz vor 17:00 Uhr runter bin zum kochen, ist die schiere Panik in mir ausgebrochen. Die Katzen standen dumm herum und wollten unbedingt ihr Futter. Die Küche sah aus wie nach einer Schlacht und der Blumenkohl sollte auch geputzt werden. Zusätzlich hatte ich Durst wie ein Kamel.

 

Diese Situation hat mich total überfordert und mein Kopf hatte schlagartige Schmerzen. Ich habe mich selbst lächerlich geschallt und mich versucht zu beruhigen und mir gut zuzureden. Aber ehrlich? Ich habe es nicht geschafft.

 

Der Kopfschmerz ist binnen weniger Minuten Stakkato angeschwollen und ich hatte mich meinen Tränen zu kämpfen. Erst als die Katzen gefüttert, die Spülmaschine entleert und wieder voll beladen war, konnte ich mich beruhigen. Ich find meine Reaktion jetzt noch befremdlich.

 

Als mein Mann ein paar Minuten später vom täglichen Baustellenbesuch zurück kam, habe ich ihm erklärt, das ich ohne Witz reif bin für die Klappse.

 

Wie kann ein Mensch nur noch so wenig Belastungen standhalten. Wie kann es sein, das mich drei Miniaufgaben ohne Zugzwang von außen, so sehr belasten, das ich am liebsten das Geschirr um mich werfen möchte und heulend am Boden liegen will?

 

Wie kann es sein, das ich beim Blumenkohl holen aus dem Schuppen an Suizid denke, nur weil 3 Aufgaben nacheinander zu bewältigen waren. Das ist doch weit von normal weg.

 

Ich habe mich in dem Moment allen Ernstes gefragt, ob Ziegen auch Depressionen bekommen können. So trübe Tage, so viel Weite ohne kuscheligen Wald um sie herum.

 

Hier mal die Lächel-Verursacher meines Tages! Ich bin dankbar, das ich ihnen auf meiner kleinen Wanderung heute begegnet bin.

Und dann hatten wir heute auch wieder Futter-Besuch von unserem Nachbarskater Olaf. Wir sind Beide schon gespannt wie lange es noch dauert, das er irgendwann mit uns zusammen vor den TV sitzt. Vorgestern Nacht lag er gemütlich mit zweien von unseren dreien im Wohnzimmer auf den Boden.

Unterdessen wir gemütlich im Schlafzimmer geschnarcht haben. Und unsere Kater haben das einfach so hingenommen. Schulterzucken meinerseits.

 

Wir sind jetzt nicht wirklich scharf auf den Kater und haben ihn auch schon mit Schimpf und Schande aus dem Haus gejagt. Und das nicht nur einmal. Aber der Effekt hält erstaunlich kurz an und heute ist er schnurstracks an mir vorbei maschiert und hat mich dabei auch noch angesehen, als er zum Futternapf ist.

 

Und unser Ältester - Felix - hat ihn dabei ganz gelassen beobachet.

Klasse, da sieht man das dreckige Geschirr vom Früstück und von Mittag. Kopfschüttel.

 

Egal, das mit Olaf wird vielleicht anders, wenn wir uns im nächsten Jahr einen Hund ins Haus holen. Mein Mann arbeitet dann nämlich alleine in der neuen Halle. Der eine Mitarbeiter ist eigentlich schon in Rente und wir wissen nicht, ob er für die paar Stunden 10 Kilometer mehr in Kauf nimmt. Daher hatten wir an einen Hund gedacht.

 

Mein Mann freut sich, wenn er nicht alleine in der Halle ist und der Hund freut sich hoffentlich, weil dahinter gleich der Wald und die Fränkische Schweiz anfängt. Ich sehe die beiden schon jeden Mittag eine große Gassi-Runde drehen. Ich glaube, die zwei bereichern sich gegenseitig.

 

Um die Ecke wohnt eine Tierärztin, sie hat immer wieder Hunde aus Rumänien hier. Mit ihr haben wir schon Kontakt aufgenommen.

 

So, ich will jetzt mal meine Seele pflegen gehen. Womit auch immer - keine Ahnung heute. Morgen ist es bestimmt wieder etwas besser.

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