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Die Wartezeit ist angezählt

Die letzten Tage bröselt es mich wieder dahin und ich schleiche nun täglich um den Telefonhörer für die Telefonseesorge. Aber als hätte es das Universum verstanden, kam heute Morgen der lang ersehnte Anruf. Die Wartezeit ist angezählt! Ab Februar habe ich nun einen Therapieplatz bei meiner Wunschtherapeutin. Nicht nur auf Depressionen spezialisiert, sondern eben auch auf Essstörungen. Bei mir geht beides leider immer wieder Hand in Hand.

 

Und damit der guten Nachricht noch die Krone aufgesetzt wurde, darf ich vorab am 10.12. noch einen weiteren kostenfreien Termin wahrnehmen. 3 Stehen einen ja zu und einen hatte ich bisher.

Gute Zeiten und schlechtere Zeiten. Und das sind gerade wieder die schlechteren Zeiten. So erschöpft und durch den Wind bin ich dann am Abend. Oben spielt die Musik und mein Mann entspannt und ich weine heimlich in der Küche. Alles wird in solchen Zeiten zuviel. Sogar Gespräche mit meinem Mann. Da wünschte ich mir immer, wir würden uns einfach nur anschweigen, weil jedes gesagte Wort mich unendlich anstrengt.

 

Es ist gut, das ich nach dem Abendessen immer für mich alleine die Küche aufräumen will und den Frühstückstisch decke. Zeit genug für mich kurz in mich zusammen zu sinken. Es ist so schamvoll das ich mit dem Alltag in solchen Zeiten nicht mehr klar komme. Ich versuche mich gut abzulenken um nicht in die Grübelfalle zu tappen. Ich gehe raus in die Natur für ein paar Schritte.

 

Ich bin im Backfieber und nehme mir zwischendurch auch Zeit zum Lesen. Ich bastle etwas Weihnachtsdekoration und die Anhänger für die Geschenke der Lieferanten. Und immer wieder nehme ich mir zwischendurch Zeit zum Luftholen. Liege inzwischen mindestens 3 mal die Woche in der Badewanne zum entspannen. Trotzdem will meine Psyche gerade nicht mehr.

 

Aber zum Glück kam heute dann der erlösende Anruf. Ab Februar darf ich endlich zu meiner neuen Wunschtherapeutin. Die alte Therapeutin war gut, aber mit dem Umzug ist sie viel zu weit weg um jede Woche hinzupilgern.

 

Außerdem kennt die neue Therapeutin sich auch mit Essstörungen aus. Ein Grund, warum ich sie mit ausgewählt habe. Und ich fühle mich wohl bei ihr, das hat schon die erste Probestunden gezeigt.

Jetzt habe ich in zwei Wochen erst einmal meinen zweiten, kostenfreien Probetermin und dann ist der Februar nicht mehr ganz so weit weg.

 

Der Zeitpunkt könnte nicht besser und auch nicht knapper sein. Erleichterung macht sich breit. Sieht man vielleicht auch an den nachfolgenden Bildern.

Noch komme ich gegen die lauernde Essstörung an, fragt sich nur wie lange noch. Jetzt esse ich strikt nach Plan, den wenn es nach meinem Befinden ginge, bräuchte ich gerade überhaupt nichts zu essen.

Mit dem akuten Depressionsschub fehlt mir gerade auch jegliche Lust zu essen. Mein Mann beobachtet das genau.

 

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