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In der Glasglocke

Die letzten Wochen waren ja nicht einfach, aber ich dachte irgendwie auch, das es nicht schlimmer werden würde. Heute Morgen wache ich auf und es war, als ob etwas über Nacht eine Glasglocke über mich gestülpt hat. Alles was Scheisse ist, steckt mit mir gemeinsam unter der Glasglocke. Alles was ich mir wünsche ist außerhalb der Glasglocke. Ich kann es weder riechen, noch hören, noch betasten. Ich kann es nur sehen und komme nicht ran.

Habe mich trotzdem aufgeraft und war heute mit meinem Mann draußen an der frischen Luft. Der Haushalt ist auch gewuppt und ich habe mir am Nachmittag auch eine ausführliche Kuschelstunde mit meinem Kater auf dem Sofa gegönnt.

 

Trotzdem ist wieder mal alles in mir betäubt. Ich frage mich mal wieder, wie das geschehen konnte. Klar hatte ich die letzten paar Wochen so eine leichte Depression die wieder ankroch. Aber heute Nacht - es ist, als wie wenn ein Schalter umgelegt wurde, ohne das ich vorher gefragt wurde. Dabei war ich gestern noch soweit in Ordnung. Wir hatten unseren Spass, keinen Stress, keine Diskussion, keine nennens-werten überdurchschnittlichen Ängste oder Sorgen.

 

Ich bringe heute kaum ein Wort heraus. Wenn sich mein Mann mit mir unterhält, ist mir das zuviel und stresst mich sehr. Dabei versucht er einfach nur, das ich wieder etwas fühlen kann. Er versucht es lustig, er versucht es verständnisvoll, er versucht es durch anstrengende Diskussionen, er versucht es auf zig Wege.

 

Ich versuche es auch, aber meine Seele ist leer. Kein Anschluss unter dieser Nummer ..... das ist alles was ich gerade von meinem Seelenleben höre. Es ist wieder die Zeit, wo es mir egal wäre, wenn ich von einem Auto überrollt werden würde. Kein aktiver Suizid, aber auch kein Bedauern wenn ich Sterben würde. Herzinfarkt, Unfall ... was auch immer.

 

Das sind immer schreckliche Zeitabschnitte in meinem Leben .... ich hasse sie.

 

Mein Weihnachtswunsch: lass mich heute noch einmal so einschlafen und Morgen wenn ich aufwache, können meine Serotonine wieder ganz normal andocken, wie bei jedem anderen Menschen ohne Depression auch.

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