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Manische Phase - mittendrin

Zwei Uhr Morgens und ich bin mal wieder glockenwach, nichts Neues im Lande, alles wie immer. Dank meines Displays am Handy konnte ich mich mal wieder so aus dem Schlafzimmer schleichen, das ich meinen Mann dabei nicht geweckt habe. Bin ja zum Glück nicht alleine, mein gefrässiger Kater ist gleich vom Sofa aus mit ins Erdgeschoss gespurtet. Die Hoffnung auf ein Leckerli lässt ihn jeden Schlaf vergessen. Nur das der Gute gleich wieder die Augen schliesst und ich die nächsten Stunden hellwach bin. Ich bin grad neidisch auf unseren Kater - ich fass es nicht.

 

 

 


Meine Sypmtome dieses Mal

Gab es jemals eine Zeit, in der Sie nicht Sie selbst waren und ..

 

JA

NEIN

... Sie sich so gut oder überdreht fühlten, dass andere dachten, dass Sie irgendwie anders als gewöhnlich waren, oder waren Sie so aufgedreht, dass Sie in Schwierigkeiten gerieten?

... waren Sie so gereizt, dass Sie Leute anschrien oder Streits oder Auseinandersetzungen angefangen haben?
… Sie viel weniger Schlaf als üblich bekamen und er Ihnen nicht wirklich fehlte?
     
… Sie viel gesprächiger als sonst waren oder schneller redeten als üblich?
… Ihre Gedanken durch den Kopf rasten oder Sie Ihre Gedanken nicht bremsen konnten?
… Sie so leicht durch die Dinge um Sie herum abgelenkt wurden, dass es Ihnen schwer fiel, sich zu konzentrieren oder bei der Sache zu bleiben?
… Sie viel mehr Energie als sonst hatten?
… Sie viel aktiver waren oder viel mehr Dinge machten?
     
     
… Sie Dinge taten, die für Sie ungewöhnlich waren oder die andere für übertrieben, verrückt oder riskant gehalten hätten?
… Ihre Geldausgaben Sie oder Ihre Familie in Schwierigkeiten brachten?

Bei den Fragen, die Sie mit JA beantwortet haben, sind einige von diesen jemals während des gleichen Zeitraums aufgetreten?

  • Ja
  • Nein

 

Wie groß waren die Schwierigkeiten, die dadurch für Sie entstanden – konnten Sie z.B. nicht arbeiten; hatten familiäre, finanzielle oder rechtliche Schwierigkeiten; gerieten in Streit oder Auseinandersetzungen?

  • Kein Problem
  • Geringes Problem
  • Mäßiges Problem
  • Ernsthaftes Problem

 

 

 

Gestern Abend hat mich mein Mann mal wieder (wie schon öfters in den letzten Tagen) darum gebeten, runterzufahren. Wenn ich nur wüßte wie das im Augenblick geht. Ich fühle mich sprichwörtlich wieder der "Duracell Hase" aus der Werbung meiner Jugend. Ich laufe auch dann noch, wenn andere schon längst schlapp gemacht haben. Und ich laufe in keinem guten Zustand. Ich laufe hektisch, agressiv, überschnell, mit Hast, ohne Pausen, laut und übertrieben.

 

 

 

Gut sieht man das an Gestern: Ich habe im letzten Jahr ja den Plotter gekauft, weil ich mir ein paar Euros dazu  verdienen möchte. Allerdings macht mir diese Aufgabe viel Angst, ist meist schier unlösbar. Nun wurde ich vor einigen Tagen wieder mal an mein Vorhaben erinnert und los ging die Luzie.

 

 

 

Gestern habe ich ab Mittags ohne Unterlass am PC verbracht und in Excel mit Zahlen und Miniformeln um mich geschmissen. Eine kleine Kalkulation aus dem Nichts gehauen, meinen Freund mehrmals gerufen um es ihn voller Euphorie zu zeigen. Mehrmals umgeworfen, trotz Fertig sein, nicht davon losgelassen. Ich wurde immer angespannt, meine Finger und meine Gedanken rasten.

 

 

 

Beim Abendessen dann eben das: Komm doch bitte mal wieder runter.

 

 

 

Ich wußte da schon: Scheisse das geht wieder nicht. Um zwei Uhr bin ich dann schlagartig glockenwach gewesen und mein Hirn fing erneut an zu rasen. Zig Ideen, wie ich Papiergirlanden erstellen könnte. Sehe ständig weiße Blüten mit gelben Perlen vor mir, Schmetterlinge die vertigkal an irgendwelchen Schüren hängen. Dazu irgendwelchen Glitzerkram. Osterhasen mit Bommeln .... ach, das sind nur Bruchteile von Gedankenideen, die alle irgendwie gleichzeitig durch das Hirn rasen ... und zwar ohne Unterlass und ganz ganz schnell. Mein Hirn fühlt sich an, als wäre es in diesem Fahrgeschäft vom Rummel, dieser Berg- und Talbahn, die sich so schnell im Kreis dreht, das man im Sitz nach außen gepresst wird.

 

 

 

Nur das meine Berg-und Talbahn nun schon seit Tagen auf Hochtouren läuft und ich diesen verdammten Ausknopf nicht finde.

 

 

 

Irgendwann (ich hoffe ja inständig schon morgen) kommt dann mein persönlicher, großer LockDown. Alles bricht wie ein Kartenhaus in mir zusammen und all diese hochtrabenden Pläne, die mir eben vollkommen machbar erscheinen, sind dann für mich wieder unnatürliche Hürden, die nicht mal ansatzweise für mich schaffbar sind.

 

Das Gute an meinem eigenen LockDown? Ich bekomme wieder genügend Schlaf, bin nicht mehr 24/7 so aufgekratzt. Mein Mann kann wieder normale Gespräche mit mir führen und ich habe nicht das Bedürfnis 2 Kuchen pro Woche zu backen oder 3 verschiedene Dinge am Tag zu kochen. Auch fühle ich mich dann nicht dazu verpflichtet die Geschirrspülmaschine 2 mal am Tag laufen zu lassen, nur weil sie halb voll ist. Oder die WaMa 3 bis 4 mal am Tag halb zu füllen und zu starten. Das sind zwar so Kleinigkeiten, aber es ist verdammt anstrengend, diese Duracell-Phasen zu haben. Körperlich wie geistig. Ich bin danach ausgelaugt - körperlich und geistig.

 

Mein Wunsch jetzt?

 

 

So entspannt sein können, wie mein Kater auf den Bildern oben.

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