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BewegungsunFÄHIG

Es gestaltet sich gerade schwierig für mich, was meine Motivation zum zusätzlichen Sport angeht.

 

Seit Ende April bin ich in der Physio-Ergotherapie-Arzt-Krankenhaus-Schleife gefangen.

 

Drei verschiedene Anlaufstellen alleine für Ergotherapie und Physiotherapie machen das Ganze nicht unbedingt unkomplizierter. Keine feste Terminstrukturen, keine wiederkehrenen Zeiten oder Tage. Immer anders und teilweise 2 mal am Tag bei zwei verschiedenen Therapeuten.

 

Gestern ist es mir zum zweiten Mal passiert, das ich beim falschen Therapeuten stand. Zum Glück musste ich nur quer durch die Stadt jagen und kam nur ein paar Minuten zu spät. Aber nach 6 Monaten Dauer-Therapie-Stress bin ich ehrlich gesagt komplett demotiviert und mit meinen Kräften am Ende.

 

Ich kann mich einfach nicht mehr zum Sport zu Hause aufraffen. Weder empfinde ich noch Freude beim Hullern, noch macht mir das Yogatuch Spass. Die Lust an meinen Lieblingssportarten ist mir in den letzten Monaten total abhanden gekommen. Was ich schade finde und was mir gleichzeit auch Respekt einflösst. Wohin soll das noch führen?

Gut ist: ich mache mir selbst keine Vorwürfe, schimpfe innerlich nicht mir mir und bin auch nicht streng zu mir. Den das würde mir jetzt gerade noch fehlen. In einer eh schon für mich stressigen Situation auch noch sauer auf mich selbst zu sein und mich eine "faule Sau" zu schimpfen, die ich defintiv nicht bin.

 

Mein Körper und meine Psyche sind einfach nur unendlich müde und wünsche sich Pause von dem ganze Ergo-Gedöns und den Fingern. Ist verständlich und normal.

 

Sport tut mir in der Regel gut und entlastet mich - in der jetztigen Situation belastet es mich aber. Nichts desto Trotz möchte ich ja nicht nur auf dem Sofa sitzen, wenn ich von meinen Terminen nach Hause komme und die ganze Arbeit zu Hause endlich geschafft habe.

 

Jetzt greift zum Gück mein Hintergrund-Mechanismus und darüber bin ich wirklich verdammt froh!

Überkommt mich die Lust, dann greife ich wirklich zum Reifen. Wenn auch nur für ein paar Minuten, aber dann macht es Spass.

(Foto für eine Spendenaktion wirklich auf den Kopf gestellt - nur  zur Info)

 

Ansonsten achte ich jetzt sehr darauf, das die Alltagsbewegung nicht zu kurz kommt. Weite Laufwege beim Einkaufen, mit den Füßen beim Kochen auf und ab wippen. Kleine Übungen mit den Beinen beim Zähneputzen. Als Beifahrer meine Beine unauffällig für 1 - 2 Zentimeter hochhalten und die Bauchmuskulatur trainieren. Absichtlich öfters die Treppe im Haus rauf und runterlaufen .... was auch immer im Alltag integrierbar ist, mich nicht zusätzlich stresst und gut tut, das wird gemacht.

 

Der Effekt: ganz nebenbei bleibt der Körper geschmeidig, verliert nicht komplett das Bewegungsgedächtis und holt sich nach und nach wieder die Lust auf Sport von alleine. Das hat die Male zuvor geklappt, das wird auch dieses Mal funktionieren.

Selbst bei privaten Unternehmungen achte ich darauf, das es mir nicht zuviel wird. Also 1mal die Woche in die Sauna, das entspannt mich gerade nicht mehr, das verursacht Stress. Ich komme in der Sauna nicht zur Ruhe, kann nicht loslassen.

 

Ich kann auch auf dem Sofa nicht mehr loslassen. Das Sofa heißt anscheinend: kurz Pause, die Arbeit ist aber noch nicht fertig. Also gehe ich jetzt jeden Tag für ein bis zwei Stunden ins Bett. Selbst wenn ich nicht schlafe (meist fliegen mir dann aber doch die Augen zu) komme ich dort beim Kuscheln mit Oscar oder beim Lesen zur Ruhe.

 

Und diese Ruhe brauche ich gerade so dringend. Den was Reha und Finger angeht - der Weg ist noch lange und weit und so schnell komme ich aus der "Physio-Ergotherapie-Arzt-Krankenhaus-Schleife" noch nicht heraus. Das wird sich noch mindestens bis Mitte nächsten Jahres, wahrscheinlich wohl noch länger, hinziehen.

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