MMK  Multi-Modales-Konzelt

Was für eine Zeitverschwendung!

Nichts, was ich nicht schon wüßte!

Boah, ätzend! Nur weil die nicht ohne durfte und ich darf, müssen die ständig darauf herumreiten!

Bleib mir weg damit, so ein Scheiß. Alles nur Geldmacherei!

Die glauben wohl, die sind was Besseres, weil sie blöd wie sie waren, das MMK gemacht haben!

 

 

 

Ehrlich, ich hätte mich am liebsten nach dem Erstegespräch im AC dem Arzt vor die Füsse geworfen und ihn nackig angefleht: bitte sofort auf den OP-Tisch mit mir. Allein mein Freund war dabei, das wäre glaube ich, echt komisch gekommen.

 

Also habe ich mich mit BMI 41 dem unfassbaren Schicksal gefügt und das MMK halbherzig mitgemacht. ABER nur die ersten Wochen! Und dann hab es auch ich begriffen.

 

MMK ist gleich Chance, es danach wirklich besser zu machen.

 

Meine Ernährungsberatung:
Zielte nur auf meine Ernährung nach der OP ab. Welche Kombis danach gut für mich sind und ich musste mir als Hausaufgabe viele andere Kombinationen ausdenken.

 

Das langsame Kauen. Ich musste als Hausaufgabe mit der Uhr da sitzen und auch das Kauen am Anfang zählen. Und das ist gar nicht so leicht, den der Schluckmechanisum hat sich nach über 40 Jahren gut eingebrannt.

 

Die Trinkpausen, die ich ätzend fand. Aber nach dem MMK so verinnerlicht hatte, das ich nach dem Essen nicht trotzdem automatisch zum Glas griff.

 

Meine SHG:

Die mir gezeigt hat, das man auch mal ganz arg zwischen den Worten hören muss. Der Eine schafft die Abnahme gänzlich ohne OP. Dem anderen reicht es, wenn er ab OP jeden Tag ein wenig spaziert und der nächste muss malochen, so wie ich. Aber da hilft alles Jammern nichts, das hab ich festgestellt. Will ich was erreichen, muss ich ganz alleine auf meinen Körper hören. Und wenn der nur hergibt, wenn ich mehrmals die Woche meine Körperlichen Grenzen überschreite, dann ist das halt so.

 

Ich kann mich dann natürlich auch zurücklehnen, mich selbst bedauern, das ich nicht zu denen gehöre, die ohne Sport abnehmen. Bringt außer Frust allerdings auch nichts weltbewegendes!

 

Den Rückhalt in meiner SHG - unbezahlbar. Das aufmuntern, in den Arsch treten, trösten und motivieren ..... ohne SHG, wo nur solche wie ich sitzen, von der anderen Außenwelt für mich nicht leistbar. Die Menschen aus meiner SHG verstehen mich, weil sie im gleichen Boot sitzen, auch wenn jeder ein anderes Tempo fährt.

 

Der Psychologe:

Der mich davon befreit hat, das ich ein absoluter Versager in Sachen Gewichtsabnahme bin. Klar trage ich eine Teilschuld, aber eben nur eine Teilschuld.

 

Der Sport, der lt. MMK gefordert wurde
War durch die Motivation auf das Ziel plötzlich keine Pflicht mehr. Klar hat es nicht jedes Mal Spass gemacht. Aber diese ständigen Diskussionen mit meinem Schweinehund blieben fast gänzlich aus.
Wir haben zum Beispiel im Sommer einen NW-Kurs mit unser SHG auf die Beine gestellt. Wenn 10 schwer übergewichtige Menschen durchs Ländle traben, dann ist man nicht mehr alleine. Man sieht, das es anderen genauso geht und man ist mittendrin und fühlt sich nicht mehr so angestarrt. Im Winter gings gemeisam ins Schwimmbad. Immer schön im wöchentlichen Rythmus. Und das alles neben den monatlichen Treffen. Viele laufen bis heute beim NW mit und sie beteiligen sich inzwischen regelmässig an dem Firmenlauf. Unsere SHG geht mit gutem Beispiel voran und man kennt uns in unserer Stadt inzwischen. Das Thema Adipositas wurde auf den Sporttisch gebracht!

 

 

Ich bin und bleibe eine Verfechterin des MMKs, auch wenn es für mich selbst am Anfang so ganz anders aussah ;-). Ich habe mich vom Besseren belehren lassen. Ich kam gut vorbereitet nach der OP nach Hause und hatte trotzdem meine Ängste und Fragen. Keine Ahnung wie sich das anfühlt, wenn man unverbereitet ist. Wenn plötzlich soviele fremde und neue Sachen auf einmal zu beachten sind. Ich hätte mich noch mehr überfordert gefühlt.

 

Manche Dinge waren bei mir gerade beim Essen schon so sattelfest (kauen, Trinken, Trinkpausen), das sie automatisch gingen und nicht mehr darüber nachdenken musste. Es gab genügend andere Unsicherheiten für mich zu bewältigen.  Meine EBs und das Nachsorge-AC standen und stehen mir auch heute dafür zur Seite.

 

Früher gab es kein MMK, aber heute gibt es eines. Und das ist sicherlich nicht daraus entstanden, das man dem Operationswilligen damit drangsalieren möchte. Man hat vielleicht an Hand von Statisistiken und Erfahrungswerten festgestellt, das noch ein wichtige Vor-Modul auf den Weg fehlt. Und das ist gut so. Das MMK ist nicht dein Feind, sondern dein Freund!