Gesäß- und oberschenkelstraffung

Noch bin ich nicht fotogen genug. Ne, Quatsch. Ich kann einfach ohne den ganzen Pflastern und der Kompressions-Panty nicht gerade stehen um mich fotografieren zu können. Ich hole das im Laufe der nächsten zwei Wochen nach.

 

Dienstag (20.03.2018) war der OP Tag. Ich kam, was ich im Vorfeld schon wußte, ziemlich spät an die Reihe und musste daher erst gegen Mittag im Krankenhaus einchecken. Wie immer war ich ohne die Pille davor und wurde schlussendlich erst so gegen 17:00 Uhr in den OP Saal gefahren.

 

Eh ich mich versah, war ich dann auch schon wieder auf der Aufwachstation und ziemlich zügig ohne den Sauerstoff in der Nase und auf meiner Station. Das ging alles sehr flott. 17:00 Uhr in die OP und um 20:30 wieder auf dem Zimmer. Die OP ansich dauerte etwas über 90 Minuten, auch das ging ziemlich flott, laut dem Chirurgen. Bei mir lässt sich anscheinend die Haut sehr gut von den Faszien trennen, so das es schneller geht.

 

Ich bin ohne Katheder aufgewacht und musste gleich noch auf der Aufwachstation dringend zum Pipi. Das war das erste, was wir dann auch auf der Station getan haben. Ich wurde von einer Schwester aufs Klo begleitet und dann konnte ich in aller Seelenruhe. Hat natürlich nichts weh getan, weil da ja noch gut die Schmerzmittel von der OP wirken.

 

Nachts bin ich dann schon soweit Fit gewesen mit dem Kreislauf, das ich das alleine gewuppt habe. Ab Post-OP Tag 1 bin ich gelaufen, Schmerzmittel wirken bekanntlich nach. Aber ansonsten, keine Infusion und außer einer Pantoprazol am Morgen bekam ich keinerlei Tabletten. Ich war komplett Schmerzmittelfrei, die drei Tage im Krankenhaus.

 

Schrecklich fand ich anfangs die ganzen Verbände um Beine und Po. Toilettengang ist da echt nicht einfach und es sappert auch. Zum Glück ist Urin erst einmal steril und müsste schon länger an einem kleben. Aber wer will schon wie eine Windel riechen. Mittwoch hat der Arzt gleich die Kompressions-Panty bestellt und am Donnerstag angepasst.

 

Ich war komplett von den Socken, als er am Donnerstag fragte, ob ich heimwollte. Ihr hättet mal mein Gesicht sehen sollen und ich war sprachlos. Als ich die häuslichen Treppen erwähnte, war der Traum auch schon ausgeträumt. Aber Freitag war es dann soweit. 3 Tage Post-OP verließ ich morgens um kurz nach 9:00 Uhr die Klinik. Vollgepackt mit Pflastern, Einlagen und was man halt so alles braucht.

 

Es ist nicht angenehm, das muss man wirklich zugeben. Zuhause kamen dank der Treppe und weil man sich automatisch mehr bewegt, dann auch die Schmerzen. An zwei Tagen musste ich 6 Schmerztabletten schlucken und es hat doch nicht viel gebracht. Ich war von Samstag bis Mittwoch gereizt, genervt und agressiv vor Schmerzen. Es war halt ständig da, egal ob im Liegen, Stehen, Gehen oder natürlich im Sitzen.

 

Mittwoch habe ich dann spontan ein Donutkissen besorgt, weil nichts mehr ging und ich eine Autofahr vor mir hatte. Das hat Erleichertung gebracht und ist fast noch besser, als das medizinische Ringkissen, dass ich seit Heute habe.

 

Was würde ich vor der OP kaufen:

  • eine Pinkelhilfe (Pippilotta, Urinella ... wie auch immer)
  • diverse Einlagen, Binden und Slipeinlagen
  • medizinisches Pflaster (ich habe 75 Streifen zu Hause und sie werden nicht reichen)
  • Sitzhilfe (Ringkissen)

 

Ich trinke weniger, weil ich so ungern auf die Toilette gehe, im Augenblick. Komme vielleicht noch auf knapp 2 Liter, sonst sind es weit darüber. Stuhlgang find ich einfach richtig doof. Man kann ja nicht wirklich auf dem WC-Sitz sitzen, weils richtig weh tut. Und dann ist alles angschwollen und die Backen wollen auf Biegen und Brechen nicht auseinander. Denkt euch einfach den Rest. Da bin ich froh, wenn die Klammern raus kommen.

 

Ach ja, ich wurde geklammert, daher auch das "mehr" an Schmerzen. Weil egal wie ich sitze, irgendwo sitze ich immer auf den Klammern, die sich in mein Fleisch bohren. Faden wäre Schmerzfreier, aber der Druck der auf den Nähten ist, der ist schon immens. Lieber Schmerzen als Wundheilungsstörungen im Intimbereich.

 

Und die Wundheilungsstörungen tauchen zu über 50 % auf und können auch noch zwei Wochen nach der OP kommen. Daher bin ich ein Duschfreak geworden und habe auch immer mein steriles Spray nach dem WC-Gang zu Hand. Das bisschen Brennen ist dann echt zu vernachlässigen!

 

Heute ist der erste Tag wo echt ein Heilungssprung ist. Ich bin kompett ohne Schmerzmittel und die Schmerzen sind mehr als nur erträglich. Habe Wäsche gemacht, eingekauft und das Haus gesaugt oben und unten. Und ich brauche immer noch keine Schmerzmitte. Und ich weiß, das ich das inzwischen auch darf, da ich es gestern mit der Ärztin geklärt habe. Ich soll das halt keine 2 Stunden oder mehr am Stück machen. Mach ich auf keinen Fall, der Körper gibt Anzeichen, wenn er nicht mehr kann.

 

Die Ärztin gestern war zufrieden mit dem Heilungsverlauf. Es hat sich auf einer Seite wenig Wundwasser gebildet, das läuft aber selbstständig ab. Darum brauche ich soviele Einlagen... was auch immer. Auf der anderen Leistenseite ist ein wenig mehr Wundwasser, aber auch nicht wirklich viel. Das hat sich schon verkapselt, weil beim Punktieren (habe ich überhaupt nicht gespührt) nichts rauskam. Dafür fliesst es jetzt seit gestern Abend gefühlt Literweise ab. ;-)

 

Ich bin also sehr zufrieden, so wie es bisher verläuft. Ich würde die OP trotz der Schmerzen immer wieder machen. Den die Schmerzen sind zeitlich begrenzt. Die Ekzeme, der Schwitzgeruch und das Reiben der Oberschenkelinnenseiten, der Po wo die Haut einfach wegrollt, das wäre bis zum Ende meines Lebens gewesen. Keine Option für mich, so ist es besser.

 

Obwohl noch alles echt heftig geschwollen ist, es sieht jetzt schon unglaublich gut aus. Ich bin sehr zufrieden und freue mich, das ich einen Körper habe, der auch dieses Mal gnadenlos mitzieht.